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Tagung im Forschungsfeld 5 "Sozialpolitik als Prozess: Formulierung, Organisation, Implementation"

Zugänglichkeit gestalten, Funktionalität sichern - Modernisierungsperspektiven für den Sozialstaat

Im aktuellen Diskurs um die deutsche Sozialpolitik lassen sich zwei übergreifende Debattenstränge identifizieren, die viele Überschneidungen aufweisen, aber mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen, Motiven und Zielsetzungen verknüpft sind: Einerseits wird Komplexitätsreduktion und Bürokratieabbau gefordert. Andererseits soll die Zugänglichkeit für Bürger*innen verbessert werden und die Niedrigschwelligkeit sozialer Sicherungssysteme erhöht werden. Im Kern geht es demnach um die Frage, ob und inwiefern die Funktionsfähigkeit des Sozialstaates verbessert werden und zugleich auch seine Zugänglichkeit für die Bürger*innen erhöht werden kann.

Das Forschungsfeld 5 des DIFIS thematisiert anknüpfend daran diese Prozesse in der Sozialpolitik, greift die aktuellen Diskurse auf und untersucht, wie Akteure und Institutionen im Mehrebenensystem Sozialpolitik beeinflussen und umsetzen. Dabei geht die Forschung im Forschungsfeld 5 von den individuellen Lebenslagen der Bürger*innen aus und fragt, wie sozialpolitische Lösungsansätze die Resilienz des Wohlfahrtsstaats sichern und die Probleme der Fragmentierung von Sozialpolitik reduzieren können. Die Entscheidungs-, Koordinierungs- und Umsetzungsprozesse im Sozialstaat werden aus drei Perspektiven betrachtet:

Aus der Perspektive der Adressat*innen und der Nutzer*innen geht es um die Umsetzung von Rechtsansprüchen, der Orientierung an Lebenslagen, der politischen Beteiligung an der Ausgestaltung und des „Gebrauchswerts“ der Leistungen sowie um Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben.  Aus der Perspektive der Beschäftigten in der Sozialverwaltung und in der Sozialen Arbeit stehen Fragen der Professionalisierung, der Arbeitsbedingungen und der Professionsethik im Fokus; außerdem die Rolle Sozialer Arbeit und ihrer Organisationen als advokatorische Interessenvertretung. Aus der Perspektive der Institutionen wird nach Potenzialen einer rechtkreisübergreifenden Zusammenarbeit, nach der Verknüpfung von Leistungen auf unterschiedlichen Ebenen, und nach Auswirkungen und Gestaltungspotenzialen der digitalen Transformation gefragt. Auf dieser Basis bearbeiten die Beteiligten des Forschungsfeldes die drei Schwerpunktthemen Soziale Arbeit als politische Akteurin, Sozialpolitik in der Kommune sowie die digitale Transformation.


Die Erkenntnisse aus der Bearbeitung der Themen werden im Rahmen der Veranstaltung und ausgehend von einem geplanten Schwerpunktheft bei der Zeitschrift für Sozialreform zum gleichen Thema dargestellt und gemeinsam diskutiert.


Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!


Ihr DIFIS-Team


Programm:

(zum vollständigen Programm hier klicken)

09:00 Ankommen

09:30 Begrüßung, Einführung

09:50 Keynote

10:30 Kaffeepause

11:00 Parallele Panels

           Panel I: Soziale Arbeit und die (Un-)Zugänglichkeit des Sozialstaats

           Panel II: Schnittstellen im Sozialstaat 

12:15 Mittagspause

13:15 Parallele Panels

           Panel III: Digitale Transformation

           Panel IV: Sozialpolitik in der Kommune

14:30 Kaffeepause

15:00 Podium: Sozialstaatsreform – Wege zu mehr Zugänglichkeit und Funktionalität?

16:30 Verabschiedung


Teilnehmer*in

Auswahl zwischen Panel I und Panel II (11:00 und 12:15)

Panel I: Soziale Arbeit und die (Un-)Zugänglichkeit des Sozialstaats

Moderation - Prof. Dr. Simone Leiber | Universität Duisburg-Essen

Diskutant*innen 

Nanine Delmas | Leitung Jugend- und Sozialamt Stadt Frankfurt

Dr. Christian Gräfe | Universität Duisburg-Essen

Prof. Dr. Anne van Rießen | Hochschule Düsseldorf

Dr. Nils Wenzler | Hochschule Düsseldorf


Panel II: Schnittstellen im Sozialstaat

Moderation - Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey | Universität Duisburg-Essen

Wie Fallmanagement Hilfeerwartungen stabilisiert - Ein Vergleich ausgewählter Sozialleistungen

Horst Bruns | Hochschule für Polizeit und öffentliche Verwaltung NRW, Köln

Soziale Arbeit im Spannungsverhältnis zwischen Vertrauensschutz und strafprozessualen Zwängen – am Beispiel von Fallkonferenzen im Kinder- und Jugendschutz und der Beratungsarbeit von Betroffenen von Menschenhandel

Lucie Tonn | Hochschule für Polizeit und öffentliche Verwaltung NRW, Hagen

Prof. Dr. Kathrin Wick-Rentrop | Hochschule für Polizeit und öffentliche Verwaltung NRW, Hagen

Kommentierung - Anemari Karačić | Universität Duisburg-Essen

Auswahl zwischen Panel III und Panel IV (13:15-14:30)

Panel III: Digitale Transformation

Moderation - Wiebke Siedorf | Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

Einfach digital zu Leistungen? Paradoxien in der ehrenamtlichen Versichertenberatung der Deutschen Rentenversicherung

Prof. Dr. Tanja Klenk | Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg

Jan Heilmann | Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg

„Besser“ und „inklusiver“ mit Bürger*innen kommunizieren? Zur Nutzung von Chatbots in Organisationen des Wohlfahrtsstaate

Prof. Dr. Bettina Bock | Universität zu Köln

Dr. Daniela Böhringer | Universität Duisburg-Essen

Kommentierung - Maximilian Kühn Experte für Digitalpolitik und exekutive Umsetzung


Panel IV: Sozialpolitik in der Kommune

Moderation - Prof. Dr. Antonio Brettschneider | Technische Hochschule Köln

Zugang zu Bildung und Teilhabe: Wie die kommunale Ebene Zugangshürden aufbaut - und abbauen könnte

Philipp Gräfe | Ruhr-Universität Bochum

Zugang zu Kindertagesbetreuung als kommunale Gestaltungsaufgabe

Dr. Antonia Scholz | Deutsches Jugendinstitut e.V.

Kommentierung - Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey | Universität Duisburg-Essen

Verpflegung

Die Verpflegung am Veranstaltungstag ist vegetarisch. Bitte hinterlassen Sie Hinweise zu Allergien, Unverträglichkeiten und wenn Sie eine vegane Alternative benötigen.

Sonstiges

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