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Nach Berichten der Sicherheitsbehörden wächst die islamistische Bewegung Hizb ut Tahrir (HT) in Deutschland, obwohl sie seit 2003 mit einem Betätigungsverbot belegt ist. Social-Media-Kanäle wie „Realität Islam“ und „Generation Islam“ wurden als wesentlicher Erfolgsfaktor der HT bewertet. Die (Selbst-)Auflösung der Kanäle im Sommer 2025 scheint ein taktischer Schritt gewesen zu sein, der sich nicht nachteilig auf die extremistische Bewegung auswirkte. 

Im November 2025 ist schließlich der HT-nahe Verein „Muslim interaktiv“ durch das BMI verboten worden. Der Verein sprach gezielt eine junge Zielgruppe über die Sozialen Medien an. In den reichweitenstarken Clips traten junge islamistische Prediger und Aktivisten auf, sprachen aktuelle Themen an und verbreiteten ihre Ideologie insbesondere bei jungen Menschen und aktivierten diese auch für öffentlichkeitswirksame Aktionen und Demonstrationen.

Kinder und Jugendliche befinden sich in einem besonderen Spannungsfeld. So zählen sie zu den gefährdetsten Gruppen für Radikalisierungsprozesse. 

Sicherheitsbehördliche Berichte zeigen, wie zunehmend Minderjährige auch an dschihadistischen Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken mitwirken. 

Gemeinsam mit Experten und Expertinnen aus der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Sicherheitsbehörden werden wir am 6. Mai 2026 Fragen und Bedarfe diskutieren: 

  • Was ist online in den Sozialen Netzwerken los, wie sprechen Islamisten im Internet ihre junge Zielgruppe an, warum verfangen ihre Botschaften und welche Radikalisierungsdynamiken zeichnen sich ab? 
  • Wie können Fachkräfte ihre eigene Medienkompetenz stärken und digitale Instrumente nutzen, damit Jugendarbeit an der Schnittstelle von digitalem und analogem Raum gelingen kann? 
  • Welche Rolle kann die Kooperation mit muslimischen Akteuren vor Ort spielen, um einen Schulterschluss zwischen Pädagogik, Prävention und religiösem Raum herzustellen?

L-DZ Niedersachsen_Fachtag_Islamistische Influencer und Radikalisierungsgefahren im digitalen Raum.pdf

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