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Fortbildungsreihe für Multiplikator*innen 2026: „Dekoloniale (Bildungs-)praxis - eine Suche“"

Widerstand gegen postkolonialen Extraktivismus und Patriarchat aus dem Kollektiv „La Negra Hosca“

Mittwoch, 07.10.26, 17.15 - 19.45 Uhr, online

So wie große Unternehmen über das Kapital verfügen, um ein „freundliches“ Image gegenüber der Rohstoffgewinnung zu vermitteln, verfügen wir über die Stimme und das Zeugnis des Widerstands starker Frauen wie Greylis Pinto. In dieser Einheit der Reihe „Dekoloniale (Bildungs-)praxis – eine Suche” werden wir mehr über die Widerstandsarbeit erfahren, die sie und ihre Mitstreiterinnen im Rahmen ihres Kollektivs leisten, um ihre Kultur zu bewahren, ihre Traditionen wiederzubeleben und dieses Erbe an die nächsten Generationen weiterzugeben. Zur Unterstützung dieser Aktionen aus Deutschland stehen uns Instrumente wie die Arbeit des Kollektivs FreeBruno zur Verfügung. Welche Möglichkeiten haben wir mit unserem Engagement weiterhin Brücken zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden zu schlagen?

Die Veranstaltung findet teilweise auf spanisch mit Übersetzung ins Deutsche statt.

Referentinnen:

  • Greylis Pinto: Ich bin eine 37-jährige Afro-Kolumbianerin aus der Gemeinde Roche und Chancleta in La Guajira (Nord-Kolumbien). Ich setze mich für unser Land und die Menschenrechte ein. 2019 haben wir, eine Gruppe von Frauen aus den vom Bergbauunternehmen geschaffenen Umsiedlungssiedlungen, einen Diplomkurs zum Thema Interkulturalität bei der Organisation Cinep absolviert. Als Ergebnis dieses Kurses haben wir ein Buch mit dem Titel „Negras Hoscas“ geschrieben – eine Sammlung von Interviews, die zugleich eine Hommage an all jene Frauen ist, die als Garantinnen der Ernährungssouveränität in ihren Gemeinschaften nun selbst zu Konsumentinnen geworden sind. Frauen ohne Land und ohne Wasser. Jedes Interview war eine Erinnerung, geprägt von Schmerz, der uns dazu motivierte, unser Kollektiv „La Negra Hosca“ ins Leben zu rufen, um das Territorium, die Ernährungssouveränität, das Wasser und das Leben zu verteidigen.
  • Andrea Mora: Ich bin eine 55-jährige Kolumbianerin, lebe seit Jahren in Deutschland und bin dankbar, an einem Ort zu sein, der es mir ermöglicht, Brücken zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden zu schlagen. Mit dem Kollektiv „FreeBruno“, zu dessen Gründungsmitgliedern ich gehöre und das ich koordiniere, möchten wir in Deutschland den Kampf um den Schutz des Lebens und des Wassers sichtbar machen, der seit Jahrzehnten in den Gemeinschaften von La Guajira geführt wird. Gleichzeitig bemühen wir uns, Verbindungen zu den Finanzinstituten und Energieunternehmen herzustellen, die durch ihre Geschäftsbeziehungen zu Rohstoffunternehmen Menschenrechtsverletzungen begünstigen.

Die Fortbildungsreihe „Dekolonialität in der (Bildungs-)praxis – eine Suche“ gibt dekoloniale Impulse um praxisorientiert die eigene Bildungsarbeit und politisches Engagement für eine gerechtere Welt zu reflektieren. Die Reihe will die fortbestehenden „kolonialen Denkmuster, Konzepte und Diskurse, sowie die auf ihnen aufbauenden […] Machtstrukturen und Praktiken“ (vgl. Ferreira 2023) bewusst machen. In einem Transferprozess in die eigene (Bildungs-)praxis werden Handlungsmöglichkeiten des Engagement für eine global gerechte Welt dekolonial reflektiert, sowie Strategien einer intersektionalen, macht- und rassismuskritischen Bildungsarbeit (weiter-)entwickelt.

Die Impulse der Fortbildungen richten sich an Lehrkräfte, Bildungsreferent*innen und Multiplikator*innen aus Projekten Globalen Lernens/der BNE, ehren- oder hauptamtlich Engagierte aus (post-)migrantischen Organisationen, junge Initiativen und Organisationen in Baden-Württemberg und darüber hinaus. 

Diese Fortbildungsreihe der "LernWeltenWerkstatt" ist ein Angebot des DEAB e.V., in Kooperation mit verschiedenen Partner*innen. Sie findet im Rahmen des Projektes "Solidarität.MACHT.Zukunft" statt, gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL aus Mitteln des BMZ und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

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