Montag 11. Mai 2026 von 10:00 bis 15:00 | Digital
Workshop: Ambiguitätstoleranz - Wege aus dem “Ja, aber…”
In kaum einem anderen Komplex werden vermeintlich absolute Wahrheiten und konkurrierende Gefühle so stark gegeneinander in Stellung gebracht wie zu Israel und Palästina.
Gerade in der Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld zeigt sich, wie herausfordernd – und gleichzeitig wie notwendig – eine Haltung der Ambiguitätstoleranz ist: die Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten auszuhalten, unterschiedliche Perspektiven anzuerkennen und dabei handlungsfähig zu bleiben.
In unserem Online-Workshop laden wir Pädagog*innen und Multiplikator*innen ein, sich intensiv mit dem Thema Ambiguitätstoleranz im Kontext Israel und Palästina auseinanderzusetzen. Wir wollen über die Fragen diskutieren, wie wir als politische Bildner*innen Räume für Ambiguität schaffen können? Wie können wir vom „Ja, aber…“ zu einem „Ja, und…“ gelangen?
Wir möchten einen Raum für Selbstreflexion eröffnen, in dem eigene Haltungen und innere Spannungen bewusst wahrgenommen und hinterfragt werden können. Dazu arbeiten wir mit dem Modell des Inneren Teams (nach Friedemann Schulz von Thun), um innere Stimmen und mögliche Widersprüche sichtbar zu machen.
Im zweiten Teil des Workshops werfen wir gemeinsam einen kritischen Blick auf die eigene pädagogische Praxis: Wo neigen wir dazu, Ambiguitäten zu vermeiden? Wo fördern wir bereits Offenheit und Multiperspektivität – und wie lässt sich dies gezielt stärken?
Gemeinsam möchten wir Strategien entwickeln, wie Ambiguitätstoleranz als Haltung und Ziel in Bildungsprozessen gestärkt und aktiv gelebt werden kann.
Zielgruppe: Alle Interessent*innen
Die Veranstaltung ist Teil unserer Fortbildungsreihe ""Israel, Palästina, Deutschland - kritische politische Bildung zu einer komplexen Dreiecksbeziehung"
Mit unserem Fortbildungs- und Beratungsangebot unterstützen wir Multiplikator*innen aus dem Bildungs- und Sozialbereich.
Die Fortbildungsreihe wird bis Ende Dezember 2026 durch die “Bundeszentrale politische Bildung“ gefördert und daher ist die Teilnahme kostenfrei.
Die Teilnahme findet über Zoom statt, einen Beitrittslink erhalten Sie nach bestätigter Anmeldung.
Referentinnen:
Vicky Lessing Vicky Lessing ist seit 2015 freiberufliche politische Bildnerin, Mediatorin und studiert im Master Antisemitismusforschung in Berlin. Angedockt ist sie neben Gesellschaft im Wandel auch noch bei den BildungsBausteinen und der Bildungsstätte Anne Frank. Darüber hinaus engagiert sie sich in Bleiberechtsinitiativen sowie in der Erinnerungsarbeit im Kontext rechten Terrors.
Marisa Raiser ist Politikwissenschafterin und Nahostforscherin (MA.) (Universitäten Freiburg, Tübingen und American University in Cairo) und beendet derzeit ihren Master in Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt. In ihrem Studium und ihrer beruflichen Arbeit als Bildungsreferentin liegt ihr Fokus auf Westasien, Rassismus- und Antisemitismuskritik, Geschlechterforschung, Flucht und Migration sowie dem deutschem Mediendiskurs zum Israel-Palästina-Komplex.