Angemessene Löhne sind für Fachkräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit und soziale Sicherheit von hoher Relevanz. Gleichwohl verdienen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterschiedlich. Branchen- und berufsspezifische Verdienstunterschiede sind nicht allein Faktoren wie Qualifikation, Anforderung, Leistung und Belastung geschuldet. Sie sind auch das Ergebnis einer ungleichen Bewertung von Arbeit. Dies erfordert es, branchenspezifische Logiken und Handlungsspielräume der Lohnfindung unter Berücksichtigung von Systematiken der Arbeitsbewertung zu analysieren und lohnpolitische Verteilungs- und Gestaltungsperspektiven zu reflektieren.
Im Hot Topic „Was ist (uns) Arbeit wert? – Arbeitsbewertung als soziale Konstruktion von Ungleichheit“ werden aktuelle Ergebnisse der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie „Entgeltunterschiede zwischen Branchen“ (F.A.T.K., Universität Tübingen, und Institut Arbeit und Technik (IAT), Westfälische Hochschule, Gelsenkirchen), vorgestellt: Nach einer kurzen Einführung in die Zielsetzung der Studie (Dr. Werner Schmidt, F.A.T.K., Universität Tübingen & Michaela Evans-Borchers IAT, Westfälische Hochschule, Gelsenkirchen) werden multivariate Analysen zum Branchen-Pay-Gap zwischen Gesundheits- und Krankenpflege, Sozial- und Erziehungsdiensten sowie der Metall- und Elektroindustrie vorgestellt (Fikret Öz, IAT, Westfälische Hochschule, Gelsenkirchen). Zudem werden Befunde vergleichender Arbeitserhebungen präsentiert, bei denen Tätigkeiten in der stationären Krankenhauspflege und Kindertageseinrichtungen anhand von Kriterien eines einheitlichen Arbeitsbewertungsinstruments verglichen wurden (Denise Becka, IAT, Westfälische Hochschule, Gelsenkirchen).
Die Vorstellung der Studienergebnisse wird anschließend um folgende Perspektiven erweitert:
- Neubewertung von Arbeit: Impulse aus der Corona-Pandemie und die Effekte des Fachkräftemangels
Dr. Malte Lübker, Referatsleiter für Tarif- und Einkommensanalysen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf - Quo vadis Lohnpolitik: Konvergiert oder divergiert die sektorale Lohnpolitik in Deutschland? Dr. Hagen Lesch, Leiter Themencluster Arbeitswelt und Tarifpolitik, Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), Köln
Die Veranstaltung findet digital statt und wird von Prof. Dr. Ute Klammer (Direktorin des DIFIS, Universität Duisburg-Essen) moderiert.
Insgesamt rechnen wir mit Teilnehmenden aus Wissenschaft, Politik und Praxis.
Wir laden Sie herzlich ein, am Hot Topic teilzunehmen und Ihre Perspektiven einzubringen.
Das DIFIS Hot Topic „Was ist (uns) Arbeit wert? Arbeitsbewertung als soziale Konstruktion von Ungleichheit“ findet am Donnerstag, den 19.11.2026 von 13:00 bis 14:45 Uhr online via Zoom statt. Den Zugangslink erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung über das untenstehende Formular.