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Fachtag „Lern- und Lebensort Schule: Impulse für die Zukunft“
Der diesjährige Fachtag des Präventionsbündnisses für ein friedfertiges Gifhorn steht unter dem Motto „Lern- und Lebensort Schule: Impulse für die Zukunft“.
Schule ist heute weit mehr als ein Ort der Wissensvermittlung. Sie ist Lebensraum, Begegnungsort und wichtiger Bestandteil des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen. Um den vielfältigen Herausforderungen des Schulalltags gerecht zu werden, braucht es eine enge Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Vereinen und weiteren Partner*innen. Doch wie kann eine solche Zusammenarbeit gelingen? Welche Strukturen und Konzepte unterstützen Kinder und Jugendliche nachhaltig in ihrer Entwicklung? Diesen Fragen widmet sich der diesjährige Fachtag.
Die Veranstaltung beginnt mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Sebastian Kurtenbach von der Fachhochschule Münster mit dem Titel „Kinder stärken, Schule öffnen: Impulse für eine sozialräumliche Bildungslandschaft“. Ausgehend von den Thesen seines Buches „Kinder – Minderheit ohne Schutz“ beleuchtet Sebastian Kurtenbach die Frage, wie Schule als zentraler Lern- und Lebensort für Kinder und Familien weiterentwickelt werden kann. Im Fokus stehen Community-Zentren beziehungsweise Ganztagsstrukturen, in denen Schule mit unterschiedlichen Akteur*innen aus Bildung, Sozialarbeit, Kultur, Vereinen und Zivilgesellschaft eng zusammenarbeitet. Der Vortrag zeigt auf, wie sich Schule sozialräumlich öffnen, freiwilliges Engagement einbinden und zu einem gemeinsamen Ort für den gesamten Stadtteil entwickeln kann. Dabei spielt die Partizipation von Kindern, Jugendlichen und Familien eine zentrale Rolle, um Bildung, Teilhabe und Chancengerechtigkeit nachhaltig zu stärken.
Nach dem Impulsvortrag folgen die beiden Workshop-Phasen, in denen aus verschiedenen Angeboten ausgewählt werden kann.
Folgende Workshops werden angeboten:
Workshop 1: Schulabsentismus früh erkennen – gemeinsam handeln!
Referent*in: Jugendwerkstatt Gifhorn
Wenn Jugendliche der Schule fernbleiben, steckt oft mehr dahinter als „Schwänzen“. Hinter Schulabsentismus stehen in der Regel Überforderung, psychische Belastungen, familiäre Herausforderungen, Schulangst, Konflikte oder fehlende Perspektiven. Schulabsentismus ist ein Warnsignal. Wenn Schule, Jugendhilfe und Jugendamt nicht frühzeitig und abgestimmt reagieren, können sich Problemlagen verfestigen und Bildungs- sowie Teilhabechancen dauerhaft eingeschränkt werden.
Die Jugendwerkstatt Gifhorn arbeitet seit über 30 Jahren mit schulabstinenten jungen Menschen.
Im Workshop stellen wir vor:
- Unsere Maßnahmen und Angebote für schulabstinente Jugendliche
- Erkenntnisse aus der statistischen Erfassung der Problemlagen unserer Teilnehmer*innen
- Die neue Clearingstelle als Unterstützung für junge Menschen und Fachkräfte
Wir möchten mit Fachkräften aus Schulen, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Jugendamt, Beratungsstellen, freien Trägern ins Gespräch kommen.
Unser Ziel:
Ein starkes Netzwerk im Landkreis Gifhorn, das Warnsignale frühzeitig erkennt und junge Menschen rechtzeitig unterstützt.
Kein junger Mensch soll mit seinen Problemen allein gelassen werden.
Frühes Handeln, klare Zuständigkeiten und eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten können dazu beitragen, Schulabsentismus wirksam zu begegnen und Perspektiven zu eröffnen.
Lassen Sie uns gemeinsam hinschauen, bevor aus Fehlzeiten Brüche in Bildungsbiografien werden.
Workshop 2: Schule neu denken - Impulse für die Zukunft anhand von Erfahrungen aus der Vergangenheit: Die Werkstattklasse als Leuchtturmprojekt
Referent*in: Ellen Simon
In diesem Workshop stellen wir Ihnen eine Alternative zum klassischen Schulalltag vor: Ziele, Aufbau, Herausforderungen und Erfolg werden anhand von Bild- und Filmmaterial sowie einem kurzen Vortrag skizziert.
Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu diskutieren, Fragen zu stellen und Ideen für Kooperationen zu entwickeln.
Workshop 3: Bildung durch Beteiligung: Was Jugendarbeit für die Zukunft junger Menschen leistet
Referent*in: Prof. Dr. Ulrich Deinet
Bildung findet nicht nur in der Schule statt. Offene Kinder- und Jugendarbeit eröffnet jungen Menschen freiwillige und selbstbestimmte Räume, in denen sie Verantwortung übernehmen, eigene Interessen entwickeln und demokratische Beteiligung erfahren können. Gerade diese „erwachsenenfreien“ (hier handelt es sich noch nicht um erwachsenenfreie Räume) Freiräume bieten wichtige Gelegenheiten, Selbstständigkeit, soziale Kompetenzen und Selbstwirksamkeit zu stärken. Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen 2026
Der Alltag von Kindern und Jugendlichen ist heute stark durchorganisiert. Sie werden in vielen Lebensbereichen von Erwachsenen begleitet. Dadurch gibt es immer weniger Freiräume für eigene Entscheidungen und selbstständiges Handeln. Diese Erfahrungen sind jedoch wichtig, um Selbstständigkeit, Verantwortung und die Fähigkeit zu einem selbstbestimmten Leben zu entwickeln.
Im Workshop geht Prof. Dr. Ulrich Deinet der Frage nach, welchen Beitrag die Jugendarbeit zu Bildung, Partizipation und Persönlichkeitsentwicklung leisten kann. Gemeinsam wird diskutiert, welche Fähigkeiten Kinder und Jugendliche in einer sich wandelnden Gesellschaft benötigen und wie Jugendbildungsangebote dazu beitragen können, junge Menschen zu selbstständigem Handeln, Mitgestaltung und gesellschaftlicher Teilhabe zu befähigen.
Workshop 4: JuKoS in der Praxis – Jugendhilfe und Schule gemeinsam gestalten
Referent*in: Dagmar Pflug
Wie kann die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe Kinder bestmöglich unterstützen? Der Workshop gibt Einblicke in die praktische Umsetzung von JuKoS an der Michael-Ende-Grundschule. Vorgestellt werden Strukturen, Erfahrungen und Bedingungen einer multiprofessionellen Zusammenarbeit, die Kinder und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.
Hinweis zur Teilnahmegebühr
Der Teilnahmebeitrag liegt bei 40 € pro Person. Wenn Sie ehrenamtlich tätig sind, eine JuLeiCa besitzen oder in einer gemeinnützigen Organisation arbeiten, ist die Teilnahme kostenfrei. Sie erhalten nach der Veranstaltung eine Rechnung per E-Mail. Für die Verpflegung während des Fachtages ist gesorgt.
Veranstaltungsort
Freiherr-vom-Stein-Straße 2438518 Gifhorn
Deutschland
Koordinaten (Lat, Long):
52.472843, 10.549417
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