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Spiel und Theater sind weit mehr als eine Auflockerung des Unterrichts. Sie ermöglichen Kindern, sich Themen nicht nur kognitiv, sondern auch körperlich, emotional und kreativ zu erschließen. Im geschützten Raum des Spiels können sie neue Perspektiven einnehmen, soziale Situationen erproben, eigene Ausdrucksmöglichkeiten entdecken und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Du möchtest dein methodisches Repertoire für die Humanistische Lebenskunde erweitern? Dann bietet dir dieser Zertifikatslehrgang die Möglichkeit, spiel- und theaterpädagogische Verfahren kennenzulernen, selbst auszuprobieren und gezielt für deinen Unterricht weiterzuentwickeln.

Im Mittelpunkt steht das praktische Erproben. Du lernst die Methoden nicht nur theoretisch kennen, sondern erlebst ihre Wirkung selbst, reflektierst sie in der Seminargruppe und überträgst sie auf konkrete Themen und Lerngruppen des Humanistischen Lebenskundeunterrichts. So entsteht im Laufe des Lehrgangs ein vielseitiger Methodenkoffer, den du unmittelbar in deinem Unterricht einsetzen kannst.

Was dich im Lehrgang erwartet

Du lernst, spielerische und theatrale Prozesse anzuregen, Kinder in ihrer Spielfreude und Ausdrucksfähigkeit zu unterstützen und ihre Ideen als Ressource aufzugreifen. Zugleich setzt du dich damit auseinander, wie du Übungen und Methoden an unterschiedliche Altersgruppen, Themen und Gruppensituationen anpassen kannst.

Du erfährst, wie spiel- und theaterpädagogische Methoden

  • soziale und kommunikative Kompetenzen stärken,
  • Empathie und Perspektivwechsel fördern,
  • Selbstwirksamkeit erfahrbar machen,
  • einen konstruktiven Umgang mit Konflikten unterstützen,
  • Sprache, Bewegung und nonverbalen Ausdruck verbinden,
  • lebenskundliche Fragen handlungsorientiert erschließen,
  • das gemeinsame Lernen und den Zusammenhalt einer Gruppe fördern.

Inhalte und methodische Schwerpunkte

Die folgende Übersicht fasst die Bausteine des Lehrgangs zusammen. Sie entspricht nicht der zeitlichen Reihenfolge, in der die Inhalte behandelt werden.

Soziale Kompetenzen spielend vermitteln
Du erprobst Spiele und Übungen, die Selbst- und Fremdwahrnehmung, Kooperation, den Umgang mit Grenzen, das Erkennen von Gefühlen und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel fördern.

Improvisationstheater
Improvisationsübungen stärken Spontanität, Kreativität, Zusammenarbeit und einen wertschätzenden Umgang mit den Ideen anderer. Du beschäftigst dich außerdem mit Statusverhalten, Präsenz und einem konstruktiven Umgang mit dem Scheitern.

Playbacktheater
Erlebnisse und Geschichten aus der Lebenswelt der Kinder werden aus dem Stegreif dargestellt. Du lernst eine Methode kennen, die aktives Zuhören, Perspektivwechsel und Selbstwirksamkeit mit spielerischen und dramaturgischen Gestaltungsmöglichkeiten verbindet.

Sprache, Spiel und Bewegung
Du erprobst Rhythmus- und Sprachspiele, chorisches Sprechen, Körperausdruck, Bewegung, Improvisation und szenisches Spiel. So lernst du ganzheitliche Zugänge zu Sprache und Ausdruck kennen.

Forumtheater
Konflikt-, Ausgrenzungs- oder Unterdrückungssituationen werden szenisch dargestellt und gemeinsam verändert. Du lernst, wie du Kinder dabei begleiten kannst, realistische Handlungsalternativen zu entwickeln, spielerisch zu erproben und zu reflektieren.

„Alles fühlt“ – Gefühle wahrnehmen und ausdrücken
Mit Übungen zu Wahrnehmung, Körpersprache, Stimme und Bewegung kannst du Kinder dabei unterstützen, eigene und fremde Gefühle differenziert zu erkennen, zu benennen und auszudrücken.

Vom Gedicht oder Kinderbuch zur Szene
Du lernst Methoden kennen, mit denen literarische Vorlagen ohne bloßes Auswendiglernen zum Leben erweckt werden können. Figuren, Situationen und Szenen entstehen aus Bewegung, Standbildern, Materialien und dem gemeinsamen Spiel.

Gewaltfrei kommunizieren
Du beschäftigst dich mit wertschätzender Sprache, öffnenden Fragen, aktivem Zuhören und Möglichkeiten der Streitschlichtung. Dabei geht es sowohl um deine eigene Kommunikation als Lehrkraft als auch um die Vermittlung gewaltfreier Kommunikation an Schüler*innen.

Vom Objekt zum Subjekt
Alltagsgegenstände werden zu Figuren, Erzähler*innen und Ausgangspunkten eigener Geschichten. Du erfährst, wie Objekttheater Kindern einen verfremdeten und dadurch geschützten Zugang zu Wünschen, Ängsten, Bedürfnissen und Fantasien eröffnen kann.

Abschluss und Zertifikat

Den Abschluss des Lehrgangs bildet eine kleine Zertifikatsprüfung. Dafür entwickelst du eine spiel- oder theaterpädagogische Schaustunde mit Bezug zum Humanistischen Lebenskundeunterricht und erstellst dazu ein kurzes schriftliches Konzept mit Ablaufplan.

Die Schaustunde leitest du im geschützten Rahmen der Seminargruppe an. Anschließend werden die gewählte Methode, deine Anleitung und der geplante Einsatz im Unterricht gemeinsam ausgewertet und reflektiert.

Termine

  • Sa., 12.09.2026, 10:00–16:00 Uhr
  • Mi., 23.09.2026, 16:30–19:30 Uhr
  • Mi., 07.10.2026, 16:30–19:30 Uhr
  • Mi., 04.11.2026, 16:30–19:30 Uhr
  • Sa., 21.11.2026, 10:00–16:00 Uhr
  • Mi., 02.12.2026, 16:30–19:30 Uhr
  • Sa., 12.12.2026, 10:00–16:00 Uhr
  • Sa., 09.01.2027, 10:00–16:00 Uhr
  • Do., 28.01.2027, 16:30–19:30 Uhr
  • Sa., 13.02.2027, 10:00–16:00 Uhr
  • Mi., 24.02.2027, 16:30–19:30 Uhr
  • Sa., 06.03.2027, 10:00–16:00 Uhr
  • Mi., 17.03.2027, 16:30–19:30 Uhr

Veranstaltungsort

C*SPACE Berlin
Langhansstraße 86
13086 Berlin-Weißensee

Teilnahmegebühr und Anmeldung

Die Teilnahmegebühr beträgt 150,- € für den gesamten Zertifikatslehrgang einschließlich aller Termine. Der Lehrgang wird als zusammenhängendes Gesamtformat gebucht. Eine Anmeldung für einzelne Module ist nicht möglich.

Wenn du deinen Lebenskundeunterricht stärker handlungsorientiert gestalten, Kindern neue Ausdrucks- und Erfahrungsräume eröffnen und dabei selbst spielen, ausprobieren und Neues entdecken möchtest, freuen wir uns auf deine Teilnahme.


Referentin: Katrin Freese, Dipl. Sozialarbeiterin/-pädagogin, Spiel- und Theaterpädagogin BuT®, Pädagogin für Vermittlung sozialer Kompetenzen und Gewaltprävention, Lebenskundelehrerin


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