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Berührt. Bestärkt. Behütet. Segensrituale in der Praxis - Fachtag
Segen berührt Menschen – im Alltag, in Übergängen und in besonderen Lebensmomenten. Doch wie können Segensrituale heute so gestaltet werden, dass sie im christlichen Glauben verwurzelt und zugleich kreativ, verständlich und lebensnah sind?
Dieser Fachtag lädt dazu ein, Segensrituale in ihrer Vielfalt kennenzulernen, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Zugänge für unterschiedliche Lebenssituationen – von Geburt bis Lebensende, von Beziehungen bis zu Brüchen im Leben, von klassischen Formen bis zu spontanen Segensangeboten im Alltag.
1. Segensfeiern für Babys
Theresa Niebler (Bistum Essen)
Wie werden Segensfeiern für Babys zu berührenden, lebensnahen Momenten für Familien? Theresa Niebler koordiniert das Netzwerk „Segen für Babys“ und Segensteams für werdende Eltern und zeigt daran praxisnah, wie Feiern gestaltet werden können – niedrigschwellig, einfühlsam und theologisch fundiert. Mit konkreten Ideen zu Ablauf, Ritualen und Ansprache lädt der Workshop zum Ausprobieren und Weiterdenken ein.
2. Geh mit Gott – Segen für Sterbende und ihre Angehörigen
Claudia Hettlich (Krankenhausseelsorgerin und Schreibpädagogin, Osnabrück)
In diesem Workshop geht es um Segen in der Sterbephase. Leitende Fragen sind: Wie könnte ein gutes Setting für eine Segensfeier am Lebensende aussehen? Welche Atmosphäre wäre hilfreich und was kann ich dafür tun, dass sie entsteht? Welche Elemente gehören dazu? Über diese und weitere Fragen wird es einen Austausch geben. Ebenso werden Vorschläge aus der Praxis sowie die Handreichung Sterbesegen der liturgischen Kommission von 2015 vorgestellt. In einem weiteren Schritt geht es in die Praxis: Anhand eines Bibeltextes und auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen gibt es die Möglichkeit, mit Methoden aus der Schreibpädagogik einen eigenen Sterbesegen zu formulieren.
3. Segen to Go
Annegret Krampe (Pfarreiengemeinschaft Glandorf-Schwege)
In diesem Workshop geht es um Unterbrechungen im Alltag, die eine Atempause schenken und durch einen Segen einen Perspektivwechsel ermöglichen. Die Menschen erfahren dadurch Wertschätzung und Energie. Wir schauen auf Situationen im Alltag sowie auf die Menschen mit der Frage: Wo kann ein Segen dem Leben dienen? Wie kann er stärken. Dabei erarbeiten wir praktische Hilfen für unterschiedliche Segensorte, an denen sich die Teilnehmenden eine Segensspendung vorstellen können.
4. Segensrituale für Kinder: Kreative Wege zu Geborgenheit und Stärke
Kerstin Silies (Bistum Osnabrück, KiTa-Pastoral)
In diesem Workshop widmen wir uns verschiedenen Möglichkeiten, Segensrituale mit Kindern und ihren Familien zu gestalten – in der Kita, im Kindergottesdienst oder Zuhause im Kreis der Familie. Der Segen ist eine kraftvolle Geste, die es uns ermöglicht, einander Gutes zuzusprechen und ein Gefühl von Geborgenheit und Stärke zu vermitteln. In dem Workshop werden wir Gebete, Lieder, Geschichten und kreative Rituale zusammenstellen, die dabei unterstützen können, dass Kinder sich als von Gott getragen erleben.
5. Herzschlag und Himmelsgruß: Segen für unsere Liebe
Franziska Notzon (Pfarreiengemeinschaft Bohmte/Hunteburg/Lemförde)
Was hält uns zusammen? Was gibt unserer Liebe Kraft? Und wie fühlt es sich eigentlich an, gemeinsam „unter einem guten Stern“ zu stehen? Der Valentinstag ist mehr als nur ein Datum für Blumen und Pralinen. Er ist eine Gelegenheit, innezuhalten und die Kostbarkeit einer Beziehung zu feiern und Gottes Segen Raum zu geben: in Ruhe und Austausch, mit Impulsen und Ritualen, mit Kreativität und segensreicher Zeit. In diesem Workshop wollen wir gemeinsam Bausteine für verschiedene Arten einer Paarsegnung (am Valentinstag) kennenlernen und selbst kreieren, Erfahrungen austauschen und gemeinsam eine Verbindung zwischen „Herzschlag und Himmelsgruß“ entwickeln. Auch treffen bei Paarsegnungen sehr unterschiedliche Paare zusammen: frisch verliebt, langjährig verheiratet oder in einer Umbruchphase. Auch für diese Situation wollen wir nach Herangehensweisen suchen, die ein breites Publikum ansprechen. Es soll kreativ und prozessorientiert in diesem Workshop gearbeitet werden, um die eigenen Ideen und Gedanken zu teilen und voneinander zu profitieren
6. Mitten im Leben – Segen
Inga Schmitt (Bistum Osnabrück, Liturgie)
Im Laufe des Lebens tun sich kleine und große Einschnitte auf, markante Veränderungen, anlässlich derer eine Segnung oder Segensfeier den zu Segnenden göttliches Ansehen schenkt, sie bestärkt und ihnen guten Grund unter die Füße legt. Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach solchen Lebenssituationen und entwickeln – zumindest anfanghaft – Segnungen dafür.
7. Segen im Scheitern
Rebecca Lögers da Silva & Alexander Rolfes (Bistum Osnabrück, Glaubenskommunikation)
Theres a crack in everything – wie mit Scheitern umgehen? In diesem Workshop entwickeln wir gemeinsam Segensrituale für einen guten Umgang mit Situationen, in denen Menschen Erfahrungen des Scheiterns gemacht haben. Ob der Studienabbruch, die Kündigung oder das Ende einer familiären- freundschaftlichen- oder Paarbeziehung: Wir alles kennen diese Brüche, aber wie mit Ihnen umgehen?
8. Kirche im Überraschungsmodus: Grundlagen von Pop-Up-Church
Dr. Laura Schimmelpfennig (Pastorin, ev.-luth., Osnabrück)
Pop-Up-Church
1. Kirche im Überraschungsmodus: Grundlagen von Pop-Up-Church
2. Kirche taucht auf, wo Menschen sind – überraschend, niedrigschwellig und mitten im Alltag. Doch was steckt eigentlich hinter dem Konzept Pop-Up-Church? Und wie lässt sich diese Form von Kirche vor Ort sinnvoll und wirksam umsetzen?
In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden die Grundideen und theologischen Leitgedanken von Pop-Up-Church kennen. Wir schauen auf gelungene Praxisbeispiele, entdecken unterschiedliche Formate und klären, welche Chancen und Grenzen in temporären kirchlichen Aktionen liegen. Dabei werfen wir auch einen Blick auf Pop-Up-Segensformate und darauf, wie Segensangebote spontan und niedrigschwellig im öffentlichen Raum gestaltet werden können.
Inhalte des Workshops:
• Grundverständnis und Haltung von Pop-Up-Church
• Beispiele aus der Praxis
• Chancen und Herausforderungen temporärer Kirchenformate
• Kreative Methoden zur Ideenentwicklung
• Erste Schritte zur eigenen Umsetzung
3. Gemeinsam entwickeln wir erste eigene Ideen für mögliche Pop-Up-Formate und überlegen, was es konkret braucht – von der Haltung über die Planung bis zur Durchführung. Der Workshop bietet Raum für Austausch, kreatives Ausprobieren und praxisnahe Impulse für die eigene Arbeit.
4. Der Workshop richtet sich an alle, die Kirche neu, beweglich und überraschend - denken möchten – egal ob aus der Stadt oder vom Land, mit ersten Ideen oder einfach aus Neugier.
9. #blessed – Segen für Jugendliche
Maik Stenzel (Bistum Osnabrück, Diözesanjugend- und Schulseelsorger)
…es klingt ein wenig nach der Quadratur des Kreises. Ist das Segnen von Jugendlichen noch zeitgemäß? Wenn ja, muss der Segen dann auch der Form und der Sprache nach jugendlich sein? Aber wie werden wir dieser Zielgruppe gerecht, ohne uns selbst peinlich anzubiedern oder unsere eigene Sprache und Haltung aufzugeben? Die Erfahrungen an Schule und in der gemeindlichen und verbandlichen Jugendarbeit zeigen, dass es weiterhin Interesse an Segensformen zu wichtigen Ereignissen im Leben der Jugendlichen (z.B. vor einer Klausur, beim Schulwechsel, im Zeltlager, usw.) gibt. Wie können wir der Lebenswelt der Jugendlichen gerecht werden, indem wir Segensfeiern im größeren Rahmen oder auch kleine Segensformen „zwischen Tür und Angel“ anbieten? Ein Erfahrungsaustausch und praktische Übungen sollen diesen Workshop prägen und uns Zugänge zum Segen für Jugendliche und vielleicht auch zum jugendlichen Segen eröffnen.
10. Citypastorale Segensfeiern
Bernadette Wahl (Bistum Essen, Glaubenskommunikation)
Segen mitten im Alltag der Stadt – wie kann das konkret aussehen? Bernadette Wahl gibt Einblicke in Erfahrungen aus der Citypastoral und zeigt, wie Segensfeiern im öffentlichen Raum mit der nötigen Sensibilität und Professionalität gestaltet werden können. Im Fokus stehen dabei Member Journey und Bedürfnisorientierung. Ein praxisnaher Workshop für alle, die neue Wege in der Citypastoral reflektiert erproben möchten.