Diskriminierungskritisches und inklusives Beschwerdemanagement
Beschwerden sind etwas Positives – wenn sich Kinder und Jugendliche regelmäßig beschweren, ist das ein Qualitätsindikator für die Kinder- und Jugendhilfe. Beschwerdeverfahren sind Bestandteil von Gewaltschutz und Prävention und gesetzlich verankert (§ 45 Abs. 2 Nr. 4 SGB VIII). Damit haben alle jungen Menschen darauf Anspruch – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Behinderung oder anderen Zuschreibungen.
Die Praxis zeigt jedoch, dass Machtverhältnisse, strukturelle Barrieren und fehlende Informationen die Umsetzung einer diskriminierungskritischen Beschwerdepraxis erschweren oder verhindern.
Ein inklusives, diskriminierungskritisches Beschwerdemanagement braucht daher klare Verfahren, Transparenz und ein Bewusstsein für Machtverhältnisse.
Die Fortbildung vermittelt Impulse zur strukturellen Verankerung und Weiterentwicklung von inklusiven Beschwerdestrukturen.
Sie richtet sich an Fach- und Führungskräfte mit Verantwortung für organisationale Prozesse, Schutzkonzepte und Qualitätsentwicklung.
Inhalte:
Vorstellungen der Qualitätsstandards Empfehlungen des LJHA für eine diskriminierungskritische Kinder- und Jugendhilfepraxis
Diskriminierungsrisiken und -hindernisse im Beschwerdemanagement
Methodische Reflexion der Beschwerdepraxis in der eigenen Organisation
Erstellung einer Checkliste für ein diskriminierungskritisches und inklusives Beschwerdemanagement
Erste Schritte in der Implementierung eines diskriminierungskritischen und inklusiven Beschwerdemanagements
Zielsetzung:
Wissen über das Zusammenwirken von Hierarchien, Diskriminierung und Beschwerdemanagement
Wissen über unterschiedliche Formen und Äußerungen von Beschwerden von jungen Menschen
Positiver Umgang mit Beschwerden als Möglichkeit der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe und Form der tatsächlichen Partizipation
Entwicklung eines Verständnisses für Diskriminierungsrisiken und -hindernisse im Beschwerdemanagement
Erste Schritte in der Implementierung eines diskriminierungskritischen und inklusiven Beschwerdemanagements