Notfallpädagogik - Erste Hilfe für die traumatisierte Seele
Wenn seelische Wunden nach traumatisierenden Erfahrungen nicht behandelt werden, können lebenslange psychische Belastungen und Folgestörungen daraus entstehen. Erlebnisse, wie Krieg, Bombardierungen, Gewalt, Flucht und der Verlust geliebter Menschen, brennen sich tief in die Seele ein. Anliegen der Notfallpädagogik ist es, traumatisierte Menschen zeitnah nach den Ereignissen zu stabilisieren, Folgestörungen abzumildern und bestenfalls zu verhindern. Ein Trauma betrifft immer den ganzen Menschen und beeinflusst ihn in seinem Denken, Fühlen und Handeln.
Nach einem Trauma ist nichts mehr so, wie es vorher war! Um im eigenen Leben wieder handlungsfähig und selbstwirksam zu werden, bedarf es daher Methoden, die der Starre, dem Eingefroren sein und der Ohnmacht Traumatisierter entgegenwirken. Diese unterstützen den Menschen sich wieder zu stabilisieren, handlungsfähig zu werden und die eigenen Ressourcen zu aktivieren. Integration kann erst dann gelingen. Die Notfallpädagogik bietet vielfältige Methoden, um (Hoch-) Stress und Emotionen zu regulieren, Konzentrationskräfte, Sicherheit und Stabilität zu fördern, Vitalkräfte anzuregen und Entspannungspausen zu integrieren. Das Basismodul zur Notfallpädagogik bietet dazu theoretische Einblicke und praktisch anwendbare Methoden für Kindergruppen und Erwachsene im Einzel- oder Gruppensetting.
Ziel des Seminars ist die Steigerung der Handlungskompetenz der Teilnehmer*innen im Umgang mit Traumatisierten. In einem rhythmischen Wechsel von Vorträgen, theoretischen und praktischen Einheiten werden zu folgenden Themen Kenntnisse erworben:
• Trauma, Traumaentwicklung und Traumafolgestörungen
• Notfallpädagogik und der „Sichere Ort“
• Selbstfürsorge und Psychohygiene der Teilnehmenden im Alltag
Veranstaltungsdetails:
👤 Referentin: Astrid Hansen, TPI Flensburg
📅 Datum: 4. Mai 2026
⏰ Uhrzeit: 10:00 – 17:00 Uhr
📍 Ort: Wirtschaftsagentur Neumünster, Memellandstraße 2, 24537 Neumünster
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts „Schutz- und Versorgungskompass Schleswig-Holstein“ statt und richtet sich inbesondere an Mitarbeiter in Unterkünften für geflüchtete Menschen sowie an Mitarbeitende in kommunalen und Landesbehörden, die mit dieser Zielgruppe arbeiten.