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Diese Veranstaltung findet als Lunchtalk am 19.11.26 um 12:00-13:30 Uhr statt.
Der Vortrag untersucht die Konstruktion rechtsextremer Feindbilder sowie die langfristigen Betroffenheitserfahrungen jüdischer und muslimischer Menschen in Deutschland. Im ersten Teil werden anhand des Bekennerschreibens des rechtsterroristischen Attentäters von Hanau antisemitische und antimuslimische Feindbildkonstruktionen rekonstruiert. Dabei wird insbesondere herausgearbeitet, inwiefern jüdische und muslimische Menschen innerhalb rechter Ideologien als gemeinsame Feindbilder konstruiert werden und in welchem Maße die entsprechenden Deutungsmuster über das rechtsextreme Milieu hinaus gesellschaftliche Anschlussfähigkeit entfalten. Im zweiten Teil erfolgt ein Perspektivwechsel von den Feindbildkonstruktionen zu den Betroffenen. Auf Grundlage qualitativer Interviews mit jüdischen und muslimischen Menschen wird rekonstruiert, wie Erfahrungen mit Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus über längere biografische Zeiträume wahrgenommen, verarbeitet und in habituelle Orientierungen überführt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl strukturelle Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in den jeweiligen Betroffenheitsverläufen.
Dr. Fatih Bahadir Kaya, Postdoc an der TU Dortmund (Institut für Soziologie) forscht und lehrt zu migrations-, ungleichheits-, bildungs- und islamsoziologischen Fragestellungen sowie zu Rechts(extremismus), Antisemitismus und Rassismus. Seine Dissertation „Betroffenheitsphase, Machtfeld und Mediodoxie“ wurde mit dem Promotionspreis der Avicenna-Stiftung ausgezeichnet. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehört der in Sociological Theory erschienene Aufsatz „The Mediodoxy“, in der er eine dritte Handlungslogik der Praxis entwickelt.
Das Angebot findet als Kooperation der Universitätsallianz Ruhr (Ruhr Universität Bochum, TU Dortmund, Universität Duisburg-Essen) statt und ist für die Aktionswoche "Wissenschaft gegen Faschismus" geöffnet.
Die Zugangsdaten werden nach Anmeldung mitgeteilt. Alle Teilnehmenden werden gebeten, während der Veranstaltung die Kamera eingeschaltet zu lassen, um eine vertrauensvolle und dialogorientierte Atmosphäre sicherzustellen. Bitte melden Sie sich, falls möglich, mit der E-Mail-Adresse Ihrer Hochschule an.