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Online-Reihe: Handlungsfähig im Konflikt – Ansätze zum Umgang mit Konflikten vor Ort

Der Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung vereint seit dem 01.01.2025 sieben bundesweit tätige Träger der Konfliktbearbeitung in Deutschland. Er ist zentrale Anlaufstelle für demokratische Konfliktkultur und unterstützt die Arbeit der Partnerschaften für Demokratie durch die gesammelte Expertise der Verbundpartner.

Die Online-Reihe „Handlungsfähig im Konflikt“ behandelt in neun Veranstaltungen zwischen Mai und Dezember 2026 Fachthemen und Grundlagen der Konfliktbearbeitung. Partnerschaften für Demokratie lernen hier praxistaugliche Methoden und Instrumente der Konfliktbearbeitung kennen. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit im Umgang mit Konflikten vor Ort zu stärken. 

Alle Impulse und Ergebnisse aus den Veranstaltungen werden den Teilnehmenden im Nachgang zur Verfügung gestellt. Begleitet wird die Reihe von einem Angebot der kollegialen Fallberatung für die Partnerschaften für Demokratie. 

Die Online-Reihe findet via Zoom statt. Eine Teilnahme an einzelnen Terminen ist möglich. Die Anmeldung erfolgt einzeln für die jeweiligen Termine. Die Zugangsdaten erhalten Sie per Mail eine Woche vor der Veranstaltung.

Die einzelnen Veranstaltungen im Überblick:

Dienstag, 19.05.2026, 13:00 – 14:30 Uhr Auftaktveranstaltung: Vorstellung Kooperationsverbund, Anlaufstelle Demokratische Konfliktbearbeitung und Online-Reihe

Gastgebende: Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung

Konfliktbearbeitung ist so vielfältig wie die Konflikte selbst. Deshalb bieten die Träger im Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung bundesweit bis Ende des Jahres 2026 ein breites Angebot zur Konfliktbearbeitung an. Um Partnerschaften für Demokratie und anderen Ratsuchenden eine Anlaufstelle zu bieten, ermöglicht der Verbund eine Verweisberatung in dem Feld. Zudem können Interessierte bis Ende des Jahres an den Terminen der Online-Reihe und der kollegialen Fallberatung teilnehmen.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung, stellt der Kooperationsverbund sich kurz vor und macht die Anlaufstelle Demokratische Konfliktbearbeitung sowie das Angebot der Online-Reihe und der kollegialen Fallberatung bekannt.

Dienstag, 02.06.2026, 13:00 – 14:30 Uhr - Konfliktbearbeitung vor Ort – die PfD zwischen Anspruch und Realität 
Gastgebende: Pro Peace

Wie kann die PfD zur Konfliktbearbeitung vor Ort beitragen und entsprechende Kompetenzen kommunaler Akteure stärken? Welche Rolle kann die Koordinierungs- und Fachstelle dabei spielen, welche Handlungsmöglichkeiten hat sie?

In diesem Online-Seminar nehmen wir die bestehende Praxis gemeinsam in den Blick und identifizieren Ansatzpunkte für konstruktive Konfliktbearbeitung. Fachreferent*innen von Pro Peace schaffen einen Raum für fachliche Reflexion und kollegialen Austausch. So gewinnen Teilnehmende Klarheit und entwickeln neue Möglichkeiten für ihre Arbeit in der PfD.

Dienstag, 16.06.2026, 13:00–14:30 Uhr - Methoden der Konfliktanalyse: Konflikte tiefer verstehen um Handlungsoptionen zu entwickeln

Gastgebende: Friedenskreis Halle e.V./AGDF

Der geplante Bau für eine Windkraftanlage führt zu Protesten einer Initiative? Eine Pressemitteilung der Stadt wird im Stadtrat heftig diskutiert? Welche Ansatzpunkte für eine konstruktive Bearbeitung hat eine Partnerschaft für Demokratie?

In diesem Webinar, lernen wir Methoden der Konfliktanalyse kennen, um ein vertieftes Verständnis von Konflikten in der Kommune zu gewinnen. Welche Schlüsselakteure haben Einfluss auf das Konfliktgeschehen? Um welche Frage(n) geht es tatsächlich bei dem Konflikt? Welche Interessen oder Bedürfnisse stecken hinter den Positionen der Konfliktparteien?
Die Teilnehmenden bekommen Material an die Hand um Konfliktanalysen in ihrem Arbeitsfeld selbstständig durchzuführen.

Dienstag,30.06.2026, 13:00–14:30 Uhr - Kommunale Schutzkonzepte für die Zivilgesellschaft

Gastgebende: Aktion Zivilcourage e. V.

Immer wieder kommt es zu Bedrohungen und Anfeindungen gegenüber Engagierten. Wie können Partnerschaften für Demokratie und kommunale Akteur*innen darauf reagieren – und wie kommen wir von der Idee zum Handeln?
 In unserer Onlineveranstaltung klären wir zunächst den Unterschied zwischen Schutz- und Sicherheitskonzepten. Anschließend entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmenden in Breakouträumen erste Schritte für die Praxis: Wie baue ich ein sektorübergreifendes Bündnis auf? Wie erstelle ich einen ersten Lagebericht? Welche Möglichkeiten gemeinsamer Solidarisierung gibt es? Und wo finde ich passende Weiterbildungen, Materialien und Anlaufstellen? Die Aktion Zivilcourage e. V. bringt Erfahrungen aus dem Projekt „Zivilgesellschaft stärken und schützen“ ein und unterstützt bei konkreten Fragen aus den Kommunen.

Dienstag, 15.09.2026, 13:00 – 14:30 Uhr - Wir gründen eine Netzfeuerwehr 112 fürs Internet – Wenn's im Netz brennt, helfen wir gemeinsam."

Gastgebende: LOVE-Storm / Bund für soziale Verteidigung e.V.

Mit „Netzfeuerwehren“ schaffen Communities niedrigschwellige Strukturen, um früh auf Hass und Desinformation zu reagieren, bevor Konflikte eskalieren. Im Zentrum steht ein Alarm, den Mitglieder oder Hauptamtliche auslösen können. Dafür braucht es klare Meldewege, verlässliche Reaktionen, Aktionsleitlinien, Trainings in digitaler Konfliktmoderation und Zivilcourage sowie Schutzkonzepte. Im Workshop stellen wir das Konzept vor, zeigen Materialien und gehen gemeinsam durch die Gründungsschritte einer Netzfeuerwehr – inklusive Fragen zu Zusammenarbeit, Schulungen, KI-Tools und Übungen.

Dienstag, 29.09.2026, 13:00–14:30 Uhr - Im Dialog bleiben – Konflikte konstruktiv bearbeiten und moderieren
Gastgebende: Aktion Zivilcourage e. V. & Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.

Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung wird viel über die Notwendigkeit von Dialog gesprochen. Doch was macht guten Dialog aus? Welche Formate eignen sich, um kontroverse Themen konstruktiv zu bearbeiten? Und wie können Gespräche so gestaltet werden, dass unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden, ohne Eskalationen zu verstärken?
 In dieser Veranstaltung werfen wir einen praxisnahen Blick auf diese Fragen im Kontext von Partnerschaften für Demokratie. Ausgehend von den Grundlagen der Konfliktmoderation stellen wir erprobte Dialogformate, Kriterien für ihre Auswahl und zentrale Gelingensbedingungen vor und laden Sie dazu ein, konkrete Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Dienstag, 06.10.2026, 13:00–14:30 Uhr - Konflikt als Strategie: Eskalationsdynamiken in kommunalen Konflikten durch Polarisierungsunternehmer*innen erkennen und begegnen

Gastgebende: K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des VfB Salzwedel e.V.

Wir erleben derzeit einen starken Zulauf zu demokratiefeindlichen Akteuren der extremen Rechten, befördert durch lautstark auftretende sogenannte Polarisierungsunternehmer*innen. Diese instrumentalisieren gezielt lokale Konfliktlagen, erschweren eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen vor Ort und profitieren zugleich von deren unzureichender Bearbeitung.

Anhand eines konkreten Beispiels aus einer Kommune, werden diese bewussten Strategien zur Eskalation von Konflikten erläutert und auf Basis der praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden diskutiert und vertieft. Im Anschluss werden konkrete Ansatzpunkte als Impulse für die eigene Arbeit vorgestellt.

Dienstag, 10.11.2026, 13:00 – 14:30 Uhr - Gesellschaftlicher Wandel vor Ort – Warum Vertrauen in demokratische Institutionen bröckelt

Gastgebende: Gegen Vergessen – für Demokratie e.V. & Stiftung SPI, Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May«

Konflikte um Stadtentwicklungsprojekte, den Ausbau erneuerbarer Energien oder den lokalen Umgang mit DDR-Erinnerungen sind Beispiele für Themen, die vielerorts schnell eskalieren. Häufig lässt sich ihre Intensität nicht allein durch die aktuelle Sachfrage erklären, sondern auch durch nachwirkende Transformationserfahrungen. Was genau meinen wir, wenn wir von Transformationserfahrungen sprechen? Wie prägen sie Menschen bis heute und welche Rolle spielen sie in kommunalen Konflikten? Wo zahlen die Veränderungsprozesse auf Demokratieskepsis ein? Und wie können wir mit Menschen im Gespräch bleiben?

Im Workshop wollen wir uns diesen Fragen annähern und überlegen, warum Menschen gegenüber demokratischen Institutionen und Prozessen skeptisch werden und wie dies in der Kommunikation mit ihnen mitgedacht werden kann.

Dienstag, 24.11.2026, 13:00 – 14:30 Uhr - Gesellschaftlichen Wandel konfliktsensibel begleiten – Beispiele für Begegnungsräume und aktives Miteinander vor Ort

Gastgebende: Gegen Vergessen – für Demokratie e.V. & Stiftung SPI, Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May«

Wie kann gesellschaftlicher Wandel vor Ort mitgedacht werden? Wie können Partnerschaften für Demokratie gesellschaftliche Veränderungsprozesse konfliktsensibel begleiten? Welche Erfahrungen gibt es hier?

In diesem Teil stellen wir verschiedene Beispiele aus der Praxis vor und öffnen den Raum, um Fragen und Herausforderungen zu diskutieren.

Moderierte Kollegiale (Fall-) Beratung bei kommunalen Konflikten 

Termine: 26.5.2026; 23.6.2026; 22.9.2026.; 17.11.2026 jeweils 13.00-14.30h

Gastgebende: Friedenskreis Halle e.V./AGDF 

Die Partnerschaften für Demokratie arbeiten im Förderzeitraum 2025ff im Themenfeld Konfliktbearbeitung. Was also tun bei konkreten kommunalen Konflikten? Dieser extern moderierte Raum dient zum Austausch von guter Praxis und als Ideenwerkstatt für die Arbeit an oder in Konflikten in Kommunen. Zu Beginn des Termins entscheiden die Teilnehmenden gemeinsam, welche der eingebrachten Fallbeispiele beraten werden. Fallgebende bekommen Feedback und Ideen von Kolleg*innen aus anderen PfDen – ja nach Teilnehmendenanzahl in zwei Untergruppen. Menschen in Beratungsrolle nehmen sich aus den entwickelten Handlungsideen Impulse für ihre eigene Arbeit mit.


Zur Anmeldung »

Der Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.