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Halle, 9. Oktober 2019. An Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, versucht ein rechtsextremer Attentäter, die örtliche Synagoge zu stürmen. Er scheitert, aber auf seiner Flucht erschießt er die Passantin Jana L. und tötet Kevin S. in einem Döner-Imbiss. Seine Tat überträgt er live im Internet. Im Prozess zeigt sich: Er glaubt, dass Juden die deutsche Bevölkerung systematisch durch Migrant*innen ersetzen lassen, eine Verschwörungserzählung namens „Großer Austausch", die er mit tödlichem Ernst verfolgte.

Im Prozess haben die Opfer und ihre Anwälte öffentlich gemacht, was viele beschäftigt: Die jüdische Gemeinde in Halle hatte vor den Feiertagen um erhöhten Schutz gebeten. Die Bitte wurde abgelehnt.

Politiker*innen betonen regelmäßig, dass der Schutz jüdischen Lebens in Deutschland eine besondere Verantwortung ist. Doch Halle zeigt auch: Antisemitismus und Rassismus kommen oft aus derselben Quelle, und lassen sich nicht getrennt bekämpfen. Seit dem 7. Oktober 2023 ist es schwieriger geworden, das offen zu sagen. Seitdem werden die beiden Kämpfe immer häufiger gegeneinander ausgespielt. Für die Überlebenden von Halle ist das besonders schmerzhaft, die zeitliche Nähe der beiden Daten trifft sie jedes Jahr neu.

Am 14. Oktober sprechen Manuela Schmidt (Präsidentin des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg) und Hanan Liguori (Initiatorin von Salam/Shalom) mit Naomi Henkel-Guembel, die am 9. Oktober 2019 selbst in der Synagoge in Halle war. Sie sprechen darüber, wie man angesichts solchen Hasses Mensch bleibt, wie man Rassismus und Antisemitismus gemeinsam begegnet, und was die Zivilgesellschaft tun kann.


Eine Veranstaltung der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg


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Die Veranstaltung wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.