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Krisenbegleitung im Krankenhaus
Ein Projekt von „Kleine Herzen Hannover e.V. – Hilfe für kranke Kinderherzen“
Ärzte, Pflegekräfte, Betreuer und Therapeuten im Krankenhaus werden immer wieder mit äußerst belastenden Situationen konfrontiert: Patienten werden auf Dauer behindert bleiben oder sterben und die Angehörigen müssen so einfühlsam wie möglich darüber informiert werden.
Der Verein „Kleine Herzen Hannover – Hilfe für kranke Kinderherzen“ unterstützt seit 2006 die Kinderherzklinik und die Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover. Das Ziel: Die Patienten, ihre Eltern und Geschwister sollen sich immer gut und warmherzig betreut fühlen – auch wenn es einmal ganz schlimm kommt!
Die Idee der „Kleinen Herzen Hannover“: Ärzte und Pflegekräfte, Betreuer und Therapeuten sollen eine Weiterbildung als psychologisch geschulte Krisenbegleiter bekommen. Für dieses innovative Weiterbildungsprojekt wurde der gemeinnützige Verein bundesweit mehrfach ausgezeichnet.
Alle Termine finden Sie hier.
Ausbildung zur Krisenbegleitung im Krankenhaus (Grundkurs 4 Tage = 32 UE)
Seit 2020 kann ein offizielles Zertifikat für die Qualifikation zum Krisenbegleiter ausgestellt werden. Dies kann durch die Teilnahme am Grundkurs und zwei 2-tägigen Folgekursen erreicht werden. Die Teilnahme am Grundkurs oder den Folgekursen kann aber selbstverständlich auch ohne das Ziel der Erlangung des Zertifikats erfolgen.
Lernziel
Die Teilnehmenden erwerben im Rahmen der Weiterbildung die Kompetenz, Eltern und Angehörige schwerkranker, schwerverletzter oder verstorbener Kinder wertschätzend, stabilisierend und traumasensibel psychosozial zu begleiten.
Sie lernen, Belastungsreaktionen zu verstehen, Sicherheit und Orientierung zu vermitteln, Ressourcen zu stärken und Betroffene in akuten sowie anhaltenden Krisensituationen professionell zu unterstützen – ohne therapeutische oder diagnostische Rollen zu übernehmen.
Lerninhalte
1. Psychische Belastungs- und Stressfaktoren bei Eltern und Angehörigen
Typische psychische Belastungen in Ausnahmesituationen rund um schwere Erkrankung, Verletzung oder Tod eines Kindes
Gefühle von Ohnmacht, Kontrollverlust, Angst, Schuld und existenzieller Bedrohung
Einfluss von Beziehung, Bindung, Biografie, Kultur und sozialem Umfeld
Schutzfaktoren und Ressourcen im familiären und sozialen System
2. Belastungs- und Trauerreaktionen
Normale Reaktionen auf extreme Belastung und Verlust
Akute Belastungs- uns Stressreaktionen und anhaltende Belastungszustände
Unterschiedliche Formen von Trauer und individuelle Trauerverläufe
Verständnis für die Vielfalt „gesunder“ Reaktionen ohne Bewertung oder Pathologisierung
Wahrnehmung von Belastungsgrenzen und Wissen um weiterführende Unterstützungsangebote
3. Psychosoziale Begleitung in der Krise
Grundhaltungen und Prinzipien traumasensibler Begleitung
Sicherheit, Orientierung und emotionale Stabilisierung vermitteln
Erkennen von Bedürfnissen, Ressourcen und aktuellen Belastungen
Stärkung von Bewältigungsmöglichkeiten (Coping, Selbstwirksamkeit, Halt)
Unterstützung in akuten Situationen
4. Kommunikation und Gesprächsführung in Krisensituationen
Grundlagen wertschätzender, empathischer und kongruenter Kommunikation
Voraussetzungen gelingender Gespräche in emotionalen Ausnahmesituationen
Strukturierte Gesprächsführung in Krisen und bei belastenden Themen
Aktives Zuhören
Umgang mit Schweigen, starken Emotionen, Verzweiflung und Ambivalenz
5. Selbstschutz, Psychohygiene und professionelle Rolle
Selbstschutz und Abgrenzung in der Begleitung hochbelasteter Familien
Umgang mit eigener Betroffenheit, Ohnmacht und emotionaler Nähe
Stresskompetenz und Stabilisierung im Arbeitsalltag
Zentrale Schutzfaktoren psychosozialer Gesundheit
Reflexion der eigenen Rolle, Haltung und Grenzen in der Begleitung
Zielgruppe
Die Qualifizierung richtet sich an sozial kompetente Fachpersonen mit psychologischer, seelsorgerlicher oder medizinischer Profession (z. B. Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachpersonen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie weitere Berufsgruppen) im Kontext der intensivmedizinischen, kardiologischen, onkologischen oder psychosomatischen Versorgung von Kindern.
Fortbildungen zur Krisenbegleitung im Krankenhaus (je 2 Tage = 16 UE)
Die folgenden Fortbildungen richten sich an Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung zur Krisenbegleitung im Krankenhaus. Die Fortbildungen setzen die Grundqualifikation voraus und vertiefen diese durch thematische Schwerpunkte, die sich an der Praxis der psychosozialen Begleitung orientieren. Ziel der Fortbildungen ist es, die eigene Handlungskompetenz in der Begleitung weiter auszubauen, Erfahrungen aus der Praxis zu reflektieren und die eigene professionelle Haltung zu stärken. In 2026 gibt es folgende Themenschwerpunkte:
Krisenbegleitung in Konfliktsituationen
Grundlagen der Konfliktmoderation im psychosozialen Kontext
Gesprächsführung in konflikthaften und emotional angespannten Situationen
Deeskalierende Kommunikation
Krisenbegleitung im interkulturellen Kontext
Unterschiedliche Vorstellungen von Krankheit, Leid und Tod
Erwartungen von Familien an Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal in verschiedenen kulturellen Kontexten
Gesprächsführung in Krisensituationen unter Berücksichtigung interkultureller Sensibilität
Selbstschutz und Psychohygiene
Salutogenese und die Frage nach dem Erhalt der eigenen Gesundheit
Instrumentelle, mentale und regenerative Ansätze des Selbstschutzes
Förderung und Training der eigenen Resilienz im Arbeitsalltag
Krisenbegleitung in besonderen Familienkonstellationen
Begleitende Gesprächsführung bei der Übermittlung belastender Nachrichten
Gesprächsführung in konflikthaften Familiensituationen
Gesprächsführung mit (Geschwister-)Kindern in Krisen- und Belastungssituationen
