In der Workshopreihe “Schwarze Geschichte(n) in Ostdeutschland” wollen wir uns in verschiedenen Archiven auf Spurensuche nach den Geschichten Schwarzer Communities und Menschen in der DDR/ Ostdeutschland begeben: wir wollen die Lücken in offiziellen Archiven aufspüren und ihnen selbstbestimmte Erzählungen entgegensetzen, persönliche Erinnerungen und Geschichten aus unseren eigenen Archiven teilen und historische Erinnerungsorte sowie gegenwärtige Community-Orte aufsuchen. Daher planen wir verschiedene Städte in Ostdeutschland zu besuchen und uns mit den Geschichten vor Ort zu befassen. Wir wollen uns vor allem mit den Geschichten befassen, die nicht in „offiziellen“ staatlichen Archiven, sondern in unseren persönlichen Fotoalben, Tagebüchern, Filmen/Videoaufnahmen dokumentiert sind und sich als Erinnerungen in unsere Körper eingeschrieben haben. Archivieren mit der Community für die Community. Teile des so entstehenden Archivs sollen dann in eine gemeinsame Publikation in Form eines Zines fließen.
Wir, Mirjam Elomda (sie/ihr/keine) und Maresa Pinto (sie/ihr), von der ISD Thüringen, planen und organisieren die Workshops in Kooperation mit der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) e.V., der Rosa-Luxemburg-Stiftung und SINEMA Transtopia.
Informationen zu den Workshops (Ausführlichere Beschreibungen zu den einzelnen Workshops findet ihr unter folgendem Link: klick hier)
Workshop I - Wiederaneignung Schwarzer Geschichte(n) aus öffentlichen Archiven | 21. und 22. März 2026|Leipzig
In diesem Workshop untersuchen wir unterschiedliche Formen von Archiven und nähern uns Selbstarchivierung als politischer Praxis, um Schwarze Geschichte(n) in der DDR und Ostdeutschland neu zu verorten. Gemeinsam wollen wir historische Erinnerungsorte im städtischen Raum in Leipzig besuchen und uns u.a. mit Schwarzen Studierenden am ehemaligen Herder-Institut und der Interessengruppe Farbig, einem Community-Verein, der in den 1990er entstand, auseinandersetzen. Eingeladen als Gästin ist Tania Kolbe.
Workshop II - A Black East German Gaze | 18. und 19. April 2026 |Berlin
Die Ankunft der ersten mosambikanischen Vertragsarbeitenden in der DDR wurde filmisch begleitet – jedoch durch einen weißen, paternalistischen und exotisierenden Blick. Über Interviewmaterial, Gedichte und Bilder aus persönlichen Archiven wollen wir gemeinsam der Frage nachgehen, welche In(ter)ventionen es braucht, um ihre Geschichten selbstbestimmt zu erzählen, ohne jene Bildlogiken fortzuschreiben? Eingeladen ist Dr. Patrice G. Poutrus. Am Sonntag (19. April) findet zudem ein Filmscreening gemeinsam mit Massiamy Diaby statt.
Workshop III - von.für.mit. Schwarze Archivpraxis kennenlernen | 30. Mai 2026 |Dresden
In diesem Workshop möchten wir uns mit der Arbeit Schwarzer Menschen aus Ostdeutschland - insbesondere in Dresden - auseinandersetzen, welche Community-Strukturen aufbauen und verteidigen sowie Schwarze Geschichte(n) dokumentieren und (trans)lokal sichtbar machen.Gemeinsam möchten wir der Frage nachgehen, was es bedeutet, ein Archiv von und für die Schwarze Community in Ostdeutschland zu gestalten. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem unterschiedliche Perspektiven auf „Community“ und „Ostdeutsch-sein“ in einer Schreibwerkstatt zusammenkommen können. Eingeladen als Gäst*innen sind Bahati Glaß (angefragt) und Luamba Muinga (angefragt).
Workshop IV - Unsere Geschichte(n) archivieren | 27. und 28. Juni 2026 |voraussichtlich Potsdam
In Zeitschriften und Publikationen der Schwarzen Communities der 1990er Jahre begeben wir uns auf Spurensuche nach Schwarzen ostdeutschen/DDR-Geschichten und Perspektiven. Zugleich nutzen wir Texte, Elemente und Formen, die mit uns resonieren, als Impulse, um unsere eigene(n) Geschichte(n) in einem kollektiven Zine zu bündeln. Eingeladen ist joy maps.
Voraussetzungen:
Da die Workshopreihe auf kontinuierlicher gemeinsamer Arbeit aufbaut und wir Archivbesuche sowie gegebenenfalls Unterkunft und Verpflegung planen, ist eine verbindliche Teilnahme für uns wichtig. Idealerweise können Teilnehmende an allen Terminen dabei sein.
Der Raum ist offen für Personen, die sich als Schwarz, PAD (Person of African Descent), afrodiasporisch und/oder afrodeutsch identifizieren und einen Bezug zu Ostdeutschland/ der DDR haben und/oder dort sozialisiert wurden.
Weitere Informationen:
Die genauen Adressen der Veranstaltungsorte geben wir mit der Anmeldebestätigung bekannt. Die Workshops finden an den jeweiligen Wochenenden samstags von 10–17 Uhr und sonntags von 10–14/15 Uhr statt.
Für die Verpflegung ist gesorgt: An allen Workshoptagen organisieren wir ein gemeinsames Mittagessen, außerdem stehen Snacks und Getränke während der Workshops bereit.
Unterkunft und Reisekosten wollen wir nach Möglichkeit finanzieren. Da wir jedoch von Fördermitteln und Spenden abhängig sind, freuen wir uns, je nach indivduellen Ressourcen, über eine Eigenbeteiligung/ Selbstfinanzierung.
Meldet euch gerne jederzeit für persönliche Absprachen und Fragen. Bitte nicht zögerlich sein, wir sind jederzeit über Instagram: [@isdthueringen] oder per E-mail: isdthueringen@isdonline.de für euch erreichbar.
Wir freuen uns sehr auf die gemeinsamen Workshops mit Euch!
Bis bald e até breve <3
Mirjam (ISD Thüringen, MigraNetz Thüringen e.V.) und Maresa (ISD Thüringen)