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Die Baubranche steht unter enormem Druck: steigende Komplexität bei Ausschreibungen, knappe Ressourcen in den Planungs- und Kalkulationsabteilungen und ein wachsender Wettbewerb um lukrative Aufträge. Gleichzeitig werden täglich hunderte von Vergabeunterlagen auf Plattformen veröffentlicht – viel zu viele, um sie manuell vollständig zu erfassen.
Genau hier setzen KI-Agenten (Agentic AI) an. Im Gegensatz zu klassischen KI-Werkzeugen, die nur auf direkte Anfragen reagieren, handeln autonome Agenten proaktiv. Sie überwachen kontinuierlich relevante Ausschreibungsplattformen, extrahieren strukturierte Informationen aus komplexen PDF-Dokumenten und gleichen diese automatisch mit dem Leistungs- und Kapazitätsprofil des Unternehmens ab. Das Ergebnis ist eine priorisierte, kommentierte Vorauswahl von Ausschreibungen, welche täglich ohne manuellen Mehraufwand erstellt wird.
Im nächsten Schritt gehen die Agentensysteme noch weiter. Sie identifizieren fehlende Unterlagen, stellen Rückfragen an interne Systeme, befüllen standardisierte Angebotsformulare und übergeben das vorbereitete Dokument zur finalen Prüfung an den zuständigen Mitarbeitenden. Dieser erhält nicht mehr einen Stapel unbearbeiteter Dokumente, sondern ein strukturiertes, handlungsfähiges Ergebnis.
Der Vortrag zeigt anhand realer Anwendungsfälle, wie Bauunternehmen Agentic-AI-Systeme heute schon einsetzen können – von der technischen Infrastruktur über die Integration in bestehende Systeme bis hin zu den notwendigen Rahmenbedingungen für einen verantwortungsvollen Einsatz. Dabei wird auch beleuchtet, welche Rolle der Mensch in diesem neuen Prozess spielt und wie Vertrauen in automatisierte Entscheidungen systematisch aufgebaut werden kann.
Referenten:
Arash Javanmard,
Philipp Niemeier
Procycons GmbH & Co. KG