Info

Das Angebot

Ob Vertrauenspersonen, Mitarbeitende von Erst-Anlaufstellen, Gleichstellungsbeauftragte oder Mitglieder von Personal- und Betriebsräten – sie spielen eine wichtige Rolle für Beschäftigte, die Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt haben. Sie hören zu, schaffen Orientierung und unterstützen Betroffene dabei, ihre Situation einzuordnen und informierte Entscheidungen über das weitere Vorgehen zu treffen.

In dieser Qualifizierung erwerben Sie rechtliche und fachliche Grundlagen sowie praxisnahes Handwerkszeug, um Beratungsgespräche sicher, strukturiert und diskriminierungssensibel zu führen. Sie lernen, Betroffene kompetent zu unterstützen, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und ihre Rolle sowie deren Grenzen wahrzunehmen.


Format

Wir führen diese Qualifizierung in Gruppen mit 8 – 12 Teilnehmenden aus bis zu 6 Organisationen durch. Die Qualifizierung umfasst:

  • zwei aufeinanderfolgende Präsenztage in Tübingen 
  • zwei Online-Module (2 – 3 h)
  • sowie ein begleitendes Coaching/Fallberatung pro Organisation (ca. 1,5 Stunden Online). 

Optionales Zusatzmodul zur Durchführung von Vermittlungsgesprächen

  • ein Präsenztag in Tübingen


Ablauf der Qualifizierung

Datum und Ort

Uhrzeit

Inhalt

05. November 26, Online

9:00 – 12:00 Uhr

Rolle und Auftrag von Ansprechpersonen

16. + 17. November 26, Tübingen

10:00 – 17:00 Uhr 


 09.00 – 16.00 Uhr 

Diskriminierungsverständnis und

Rechtliche Grundlagen für die Beratung

Gesprächsführung und Beratungskompetenz 

9. Dezember 26, Online

09.00 – 11.30 Uhr 

Weitergehende rechtliche Fragen mit RA Maryam Hashemi

Termin nach Absprache
 Online oder vor Ort

Begleitendes Coaching 

1,5 h

Individuelle oder Teambegleitung


Optionales Zusatzmodul 

16. Februar 27, Tübingen

10:00 – 17:00 Uhr 

Diskriminierungssensible Vermittlungs- und Klärungsgespräche führen


Inhalte

Rolle und Auftrag von Ansprechpersonen

  • Aufgaben, Verantwortung und Grenzen der Beratungs- und Ansprechrolle
  • Klärung von Zuständigkeiten und Abgrenzung zu formalen AGG-Beschwerdestellen
  • Professioneller Umgang mit Parteilichkeit, Vertraulichkeit und Transparenz
  • Zusammenarbeit mit internen Stellen sowie Einbindung externer Fachberatungen und Unterstützungsnetzwerke

Diskriminierungsverständnis 

  • Diskriminierungsformen, -mechanismen und Machtverhältnisse sowie deren Bedeutung für Beratungssituationen
  • Auswirkungen von Diskriminierung auf Betroffene
  • Reflexion der eigenen gesellschaftlichen Positioniertheit, Perspektiven und Vorannahmen sowie deren Einfluss auf Wahrnehmung, Haltung und Handeln
  • Entwicklung einer diskriminierungssensiblen und ressourcenorientierten Beratungshaltung

Gesprächsführung und Beratungskompetenz

  • Beratungsgespräche strukturiert gestalten – vom Erstkontakt über die Auftragsklärung bis zur Vereinbarung nächster Schritte
  • Methoden der diskriminierungssensiblen Gesprächsführung (u. a. aktives Zuhören, Fragetechniken, Spiegeln)
  • Professioneller Umgang mit Unsicherheiten, Emotionen und herausfordernden Gesprächssituationen
  • Gesprächsführung mit beschuldigten bzw. diskriminierungsverantwortlichen Personen
  • Praxisorientierte Übungen anhand von Fallbeispielen

Rechtliche Grundlagen für die Beratung

  • Rechtliche Grundlagen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und betrieblicher Beschwerdeverfahren
  • Datenschutz und verantwortungsvoller Umgang mit Informationen: Dokumentation, Einwilligung und Informationsweitergabe
  • Rechte der Beteiligten, Zuständigkeiten, Fristen und Verfahrensabläufe
  • Handlungsmöglichkeiten und Weitervermittlung innerhalb und außerhalb der Organisation

Optionales Zusatzmodul 

Diskriminierungssensibel gestaltete Klärungs- und Vermittlungsgespräche führen

  • Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für Vermittlungsgespräche in Macht- und Ungleichheitsverhältnissen
  • Vorbereitung der Gesprächsbeteiligten und Klärung der Gesprächsintention
  • Methoden und Techniken der strukturierten Gesprächsmoderation
  • Praktische Anwendung und Reflexion von Vermittlungsgesprächen
  • Möglichkeiten und Grenzen dialogischer Verfahren


Team

Das Trainer*innenteam arbeitet bei der Tübinger Fachstelle für Antidiskriminierungsarbeit adis e.V. Wir beraten und begleiten Organisationen und Unternehmen beim Aufbau von Beschwerdestrukturen. Grundlage unserer Arbeit ist die gemeinsam mit IMAP im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erarbeitete Praxisstudie „Beschwerdestellen bei Diskriminierung – Grundlagen, Handlungsansätze und Praxisbeispiele für eine gute Umsetzung betrieblicher Beschwerdestellen nach § 13 AGG“. Die Module werden mindestens durch zwei Trainer*innen durchgeführt. 

Maryam Haschemi ist Juristin und Mediatorin, und hat viele Jahre als Antidiskriminierungs-beraterin gearbeitet. Als selbständige Rechtsanwältin mit den Tätigkeitsschwerpunkten Antidiskriminierungs- und Arbeitsrecht bringt sie eine tiefgehende Expertise zum Thema Beschwerdestelle nach § 13 AGG ein.


Kosten und Anmeldung 

Die Teilnahmegebühr für die Qualifizierung beträgt 1.750 € pro Person.
Für Organisationen, die zwei oder mehr Personen zur Qualifizierung anmelden, gilt ein vergünstigter Teilnahmebeitrag von 1.500 € pro Person.

Das Zusatzmodul „Vermittlungsgespräche führen“ kann im Rahmen der Qualifizierung zum ermäßigten Preis von 300 € pro Person hinzugebucht werden. (Das Zusatzmodul wird auch offen ausgeschrieben. Die reguläre Teilnahmegebühr beträgt dann 600 € pro Person).

Kleine Betriebe und Organisationen, für die diese Kosten zu hoch sind, können sich für individuelle Absprachen vor der Anmeldung bei bei uns melden. 


Es ist möglich, diese Qualifizierung auch Inhouse durchzuführen. Kommen Sie dazu gerne auf uns zu und wir unterbreiten Ihnen ein Angebot. 


Kontakt 

Annette Martucci: annette.martucci@adis-ev.de

Julia Kaiser: julia.kaiser@adis-ev.de


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