Info
Wir laden Sie herzlich zum bundesweiten Fachtag "Gewaltschutz unter Druck? Praxisrealitäten und Handlungsmöglichkeiten im Spannungsfeld zwischen Verantwortung und Veränderung" am 29.10.2026 in Leipzig ein.
Unterkünfte für geflüchtete Menschen stehen weiterhin vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Komplexe Bedarfslagen, personelle Engpässe sowie rechtliche und politische Veränderungen – unter anderem im Kontext der GEAS-Reform – verändern Rahmenbedingungen und Handlungsräume spürbar. Gleichzeitig bleibt der Anspruch bestehen, wirksame Gewaltschutzstrukturen zu sichern und weiterzuentwickeln.
Der Fachtag nimmt dieses Spannungsfeld bewusst in den Blick. Es wird der Frage nachgegangen, wie sich aktuelle Entwicklungen konkret auf Gewaltschutzstrukturen auswirken, wo Einrichtungen unter Druck geraten und welche Handlungsmöglichkeiten unter realistischen Bedingungen bestehen. Ziel ist keine Dramatisierung, sondern eine sachliche Analyse, die Praxisrealitäten ernst nimmt und strukturelle Verantwortung differenziert betrachtet.
Gerade in Phasen struktureller Veränderung ist fachlicher Austausch besonders wichtig. Gewaltschutz ist keine individuelle Aufgabe einzelner Einrichtungen, sondern eine gemeinsame strukturelle Verantwortung auf verschiedenen Ebenen. Der Fachtag bietet einen Raum, um Herausforderungen offen zu benennen, voneinander zu lernen und gemeinsam tragfähige Perspektiven zu entwickeln.
Was erwartet Sie?
• eine systemische Einordnung aktueller Entwicklungen im Bereich Unterbringung und Gewaltschutz
• eine Podiumsdiskussion mit Perspektiven aus Praxis, Trägerschaft, Fachberatung und Verwaltung
• ein fachlicher Impuls zu stabilisierenden Kernbestandteilen wirksamer Schutzstrukturen
• praxisorientierte Workshops mit konkreten Transfermöglichkeiten
• Raum für Austausch, Vernetzung und kollegiale Reflexion
Im Mittelpunkt steht die Frage: Was bleibt unverzichtbar – und wie können Schutzstrukturen auch unter veränderten Rahmenbedingungen stabil und handlungsfähig bleiben?
Ziele des Fachtags
• aktuelle strukturelle Veränderungen im Kontext von Unterbringung und GEAS fachlich einordnen
• Auswirkungen auf Gewaltschutzkonzepte und Mindeststandards analysieren
• unverzichtbare Kernbestandteile wirksamer Schutzstrukturen benennen
• realistische und umsetzbare Handlungsmöglichkeiten entwickeln
• standortübergreifenden Austausch und Vernetzung stärken
Die Veranstaltung richtet sich an:
• Fach- und Leitungskräfte aus Unterkünften für geflüchtete Menschen
• Trägervertretungen
• kommunale Verantwortliche und Verwaltung
• Fachberatungsstellen und psychosoziale Dienste
• Multiplikator:innen im Bereich Gewaltschutz
• Akteur:innen aus Politik und Fachöffentlichkeit
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den interaktiven Austausch!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr DeBUG 2.0 Team
Programm:
Hier finden Sie das vorläufige Programm des Fachtags. Dieses gilt unter Vorbehalt. Sobald alle Referent:innen bekannt sind, werden wir das Programm erneut veröffentlichen.
Zeit | Programmpunkt |
08:30–09:00 | Ankommen & Registrierung |
09:00–09:20 | Begrüßung & Einführung in die Tagung |
09:20–10:10 | Key Speech: Gewaltschutz unter strukturellen Belastungen – eine systemische Analyse |
10:10 – 10:40 | Vortrag: Auswirkungen von GEAS auf den Gewaltschutz in Unterkünften für geflüchtete Menschen |
10:40 –11:00 | Pause und Austausch |
11:00–12:15 | Podiumsdiskussion: Praxisrealitäten im Spannungsfeld zwischen Verantwortung und Veränderung |
12:15 – 12:20 | Organisatorisches & Ausblick |
12:20 – 13:20 | Mittagspause |
13:20–14:50 | 5 Workshops (Vertiefung & Transfer – Auswahl eines Workshops) |
14:50 – 15:10 | Kaffeepause |
15:10–15:40 | Fachimpuls: Stabilitätsanker im Gewaltschutz – Erfolge und Handlungsspielräume |
15:40–16:00 | Zusammenfassung & Feedback |
Teilnahmegebühr: Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Aufgrund der BMBFSFJ-Förderung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ wird die Veranstaltung für die Teilnehmenden kostenfrei angeboten.
Kontakt: Tanja Gref | t.gref@awo-spi.de | Tel. 01590 4499771
Bei dieser Online-Fachtagung handelt es sich um eine bundesländerübergreifende Kooperation der DeBUG 2.0 - Kontaktstellen Süd, Ost, Nord-West, Nord-Ost und der Zentralen Koordinierungsstelle für das Projekt DeBUG 2.0 in Berlin.
Das Projekt „Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Gewaltschutz in Unterkünften für geflüchtete Menschen 2.0“ (DeBUG 2.0) ist ein Projekt der Wohlfahrtsverbände AWO Bundesverband, Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Deutsches Rotes Kreuz und Der Paritätische Gesamtverband und wird im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben! vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. DeBUG 2.0 ist Teil der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“.