„Radikalisierung verstehen – Handlungsmöglichkeiten erkennen und im Unterkunftsalltag umsetzen“
Mitarbeitende in Unterkünften für geflüchtete Menschen sind häufig die ersten und einzigen Kontaktpersonen mit der deutschen Gesellschaft. Ihr professionelles Handeln, ihre Haltung und ihre Kommunikationsweise beeinflussen daher maßgeblich, ob und wie Integration, Teilhabe und Vertrauensaufbau gelingen können.
Im Kontext von Flucht und Unterbringung können Ausgrenzungserfahrungen, Identitätskonflikte, Vorurteile und Perspektivlosigkeit auch Radikalisierungsprozesse befördern. Diese entstehen nicht eindimensional, sondern im Zusammenspiel individueller Belastungen, sozialer Erfahrungen und institutioneller Rahmenbedingungen. Einer sensiblen Wahrnehmung von Unterstützungsbedarfen, Konfliktdynamiken und auffälligen Entwicklungen im Unterkunftsalltag kommt daher eine besondere Bedeutung zu.
Genau hier setzt das Projekt „PrExinar“ (Prevention of extremism in accomodation for refugees) an, das von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention und der Bonveno Göttingen gGmbH im Zeitraum Juli bis Dezember 2025 als innovativer Ansatz zur Radikalisierungs- und Gewaltprävention in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) Düsseldorf mit Fördermitteln des Landes NRW umgesetzt wurde.
„PrExinar“ knüpft an erprobte Bausteine des wirkungsevaluierten Projektansatzes „BROTHERS – Gewaltprävention bei (geflüchteten) Jugendlichen“ an, der nachweislich die Identifikation junger geflüchteter Männer mit demokratischen Werten stärkt und zugleich deren Distanzierung von Gewalt fördert. Für „PrExinar“ wurden diese Erfahrungen gezielt auf die Arbeit von Fachkräften in Unterbringungseinrichtungen für geflüchtete Menschen übertragen.
Vorgestellt werden Erkenntnisse aus der Projektumsetzung „PrExinar“, deren Ansätze zur Stärkung von Handlungssicherheit und Reflexionskompetenz sowie das entwickelte Schulungsschema für die Umsetzung in weiteren Einrichtungen.
Das Online-Seminar richtet sich insbesondere an Mitarbeitende und Leitungen von Unterkünften für geflüchtete Menschen, Fachkräfte der Sozialberatung und Sozialbetreuung, Gewaltschutzkoordinator:innen und Multiplikator:innen, Träger, Fachstellen und weitere Akteur:innen aus den Bereichen Prävention, Integration und Gewaltschutz.
Referent:innen:
Matthias Kornmann
Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK)
Julia Pfrötschner
Bonveno Göttingen gGmbH/ Projekt „BROTHERS“
Dr. Frederike Wistuba
Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK)
Veranstaltung:
30.09.2026 / 09.00 - 13.00 Uhr
Die Veranstaltung wird digital durchgeführt. Der Zugangslink wird Ihnen bei Anmeldung zeitnah vor der Veranstaltung zugesandt.
Organisation:
Ulrike Ottl und Sanna Jungclaus
Multiplikatorinnen für Gewaltschutz in Unterkünften für geflüchtete Menschen
DeBUG 2.0 - Kontaktstelle Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hessen
debug.nord-west@diakonie-os.de
Teilnahmegebühr:
Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Aufgrund der BMBFSFJ-Förderung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ wird die Veranstaltung für die Teilnehmenden kostenfrei angeboten.
Anmeldungen:
Anmeldungen können über das Anmeldeformular auf dieser Webseite vorgenommen werden. Bitte scrollen Sie dazu nach unten.
Die Fortbildung wird veranstaltet von der DeBUG 2.0 - Kontaktstelle für Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Das Projekt „Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Gewaltschutz in Unterkünften für geflüchtete Menschen 2.0“ (DeBUG 2.0) ist ein Projekt der Wohlfahrtsverbände AWO Bundesverband, Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Deutsches Rotes Kreuz und Der Paritätische Gesamtverband und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" gefördert.