Immer das Theater mit den Jungs*!
Bedeutung von Performance, Theater und Selbstdarstellung
Jungen* erproben Rollen. Sie orientieren sich an Vorbildern, reproduzieren Bilder von Stärke, Risiko und Macht.
Dabei fordern sie Fachkräfte heraus, irritieren pädagogische Routinen und sprengen einfache Zuschreibungen. Die Fortbildung sensibilisiert für die Bedeutung von Performance, Theater und Selbstdarstellung im Aufwachsen von Jungen*. Sie lädt dazu ein, diese Inszenierungen zu entschlüsseln und als Zugang zu Beziehung, Reflexion und Entwicklung zu nutzen.
Ziele der Fortbildung
Gestaltung sicherer, kind- und jugendgerechter Räume zum Ausprobieren
Wahrnehmen und Einordnen von Inszenierungen männlicher Rollenbilder
Dekodieren von Vorbildern und performativen Strategien
Entwicklung von Reflexionsräumen mit Kindern und Jugendlichen
- Datum: 06. Mai 2026
- Uhrzeit: 10:00 bis 16:30 Uhr
- Ort: Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.
Schlossplatz 1d
06886 Lutherstadt Wittenberg
In der Klasse fällt er auf, weil er sich benimmt wie ein „Clown“.
Draußen wird in Wildwestmanier geschossen, Stunts werden einstudiert,
Risiken kalkuliert – oder ignoriert.
Übermenschliche Fähigkeiten werden simuliert, angelehnt an Superman, He-Man, Spider-Man.
Jungen* proben Rollen. Sie inszenieren sich. Als Helden, Agenten, Kämpfer, Anführer.
Manchmal laut. Manchmal überzeichnet. Selten zufällig.
Die These: Jungen* und junge Männer* sind nie einfach nur „echt“.
Sie treten auf. Sie spielen. Sie performen. Schon früh.
Die Frage: Wer sind ihre Vorbilder? Was macht diese Vorbilder stark, attraktiv, wirksam? Und was wird dabei verdeckt, überdeckt oder ausgeschlossen?
Der Kontext: Im sozialen Miteinander erproben Jungen* unterschiedliche Rollenmuster. Sie fordern andere heraus – und sich selbst.
Sie berühren, provozieren, irritieren. Und sie fordern Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, weil sie bekannte pädagogische Deutungen unterlaufen.
Die Einladung: Diese Fortbildung lädt dazu ein, sich vertieft mit der Materie „Performance und Inszenierung von Jungen“* auseinanderzusetzen.
Nicht als Defizitbeschreibung. Nicht als Verhaltenskorrektur. Sondern als ernstzunehmende Ausdrucksform.
Die Aufgabe der Fachkräfte: Die unterschiedlichen Facetten wahrnehmen. Mit Kindern und Jugendlichen dekodieren. Die darin liegenden Anfragen erkennen. Und daraus Reflexionsräume entwickeln.
Räume, die kind- und jugendgerecht sind. Räume, in denen Sicherheit besteht, um sich auszutesten. Räume, in denen Inszenierung nicht sofort bewertet, sondern verstanden wird.
Das Ziel: In kurzer, prägnanter Form für die Relevanz von Performance, Theater und Selbstdarstellung von Jungen* sensibilisieren. Zusammenhänge sichtbar machen. Handlungsspielräume für Fachkräfte erweitern.
Kein fertiges Drehbuch. Aber eine Bühne für neue Perspektiven