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Keine Angst vor Eltern. Elterngespräche im Rahmen der Kinder-und Jugendlichenpsychotherapie
2026-E2 online

In der paartherapeutischen Praxis gehören Elternpaare (getrennt oder zusammenlebend), deren Kindern in therapeutischer Behandlung sind, zu den Paaren, die sehr herausfordernd sind. Um im Interesse des Kindes eine Kooperation mit den Eltern, aber auch zwischen den Eltern herzustellen, braucht es eine klare Gesprächsführung durch den:die Therapeut:in, ebenso aber auch die Bereitschaft zu wohlwollender Konfrontation, sowie die Fähigkeit, sich nicht in die Dynamik des (Ex-) Paares verwickeln zu lassen.

Fortbildungsinhalte und Methoden

Kontinuierlich verfeinern die Teilnehmenden ihre Fertigkeiten der Gesprächsführung vor allem im Paarsetting und in herausfordernden Situationen.

In Seminar 1 werden die Grundlagen der Gesprächsführung erarbeitet und geübt. Zentral ist eine Auseinandersetzung mit der eigenen therapeutischen Rolle und Haltung. Darüber hinaus werden bewährte Interventionen gezeigt und ausprobiert.

Durch eine aktive zugewandte Gesprächsführung, bei der die Therapeut:innen beide im Blick haben und schnell intervenieren, können dysfunktionale Interaktionen begrenzt werden. Das ist die Voraussetzung dafür, um mit den Eltern daran zu arbeiten, wie sie die Therapie im Interesse des Kindes unterstützen können.

In Seminar 2 werden die Interventionen mit dem Schwerpunkt streitende und feindselige Eltern vertieft. In diesem Zusammenhang wird auch die Problematik der Arbeit mit getrennten Eltern Raum haben.

Zentral ist ein Verständnis für die Reaktivität beider Eltern. Es geht darum, Vorwürfe und Anklagen wirksam zu unterbrechen und besser zu verstehen, was jedes Elternteil zu seinem Verhalten motiviert. Die wohlwollende Konfrontation mit der Realität und den Entscheidungen erfordert von den Therapeut:innen, einen klaren Kopf zu bewahren und freundlich aber klar zu intervenieren.

Besonderes Augenmerk richten wir in Seminar 3 auf problematische und herausfordernde Situationen im Elterngespräch. Gemeinsam werden diese reflektiert, um sinnvolle Interventionen zu entwickeln und diese im Rollenspiel zu erproben.

Hier ist es zentral, sehr genau zu beobachten, was im Gespräch geschieht und diese Beobachtungen zu adressieren. Denn sonst besteht die Gefahr, an den Eltern vorbei zu arbeiten und zu wenig Zugkraft zu entwickeln. Ein großer Schwerpunkt dieses Seminars ist die Kunst der wohlwollenden Konfrontation.

Auch Präsenz, Kontakt und therapeutische Allianz werden wichtige Themen der gemeinsamen Arbeit sein.

Methodisch werden sich in allen drei Seminarblöcken Theorie-Input, Fallarbeit, Austausch sowie Videos und Rollenspiele abwechseln. 


Schwerpunkt 1: Grundlagen der Gesprächsführung im Paarsetting

Termine: 3. und 4. September 2026 (16UE)

  • Emotionale Ko-Regulation in Paar- und Familiensystemen
  • Gesprächsführung und notwendige Interventionen
  • „Fettnäpfchen“ der Gesprächsführung erkennen und vermeiden
  • Interventionstraining und Fallarbeit

Nach der Teilnahme an der Fortbildung sollen die Teilnehmer*innen

  • die Reaktivität der Elternpaare einordnen können,
  • die Gesprächsführung im Paarsetting aktiv gestalten zu können,
  • die Vorwurfskreisläufe wirkungsvoll unterbrechen können,
  • ein entwicklungsförderndes Bündnis im Interesse des Kindes mir beiden Eltern aufbauen
  • sinnvolle und lösbare Arbeitsaufträge herausarbeiten


Schwerpunkt 2: Gesprächsführung mit feindseligen und eskalierenden Paaren

Termin: 15. und 16. Oktober 2026 (16UE)

Gespräche mit streitenden feindseligen Paaren (ganz gleich ob zusammenlebend oder getrennt) sind herausfordernd. Häufig sind die Eltern mehr daran interessiert, einander Schaden zuzufügen, als im Interesse der Kinder zu handeln.

Nach der Teilnahme sollen die Teilnehmer*innen

  • die Reaktivität der Elternpaare einordnen können,
  • Interventionen kennen, wie sich diese Kämpfe unterbrechen lassen,
  • Vorwürfe stoppen
  • Selbstkonfrontation fördern
  • Präsent und klar die Gesprächsführung wahrnehmen
  • eine hilfreiche Haltung entwickelt haben, um diese Paare wirkungsvoll zu verändertem Verhalten herauszufordern.

Dafür ist die Auseinandersetzung mit folgenden Themen im Seminar geplant:

  • emotionale Ko-Regulation in Paarsystemen
  • Umgang mit Reaktivität im Paargespräch
  • wohlwollende Konfrontationen
  • Reflexion der eigenen Rolle, Möglichkeiten und Grenzen

Schwerpunkt 3: Schwierige Situationen – Erkennen, was die Eltern tun und gelassen reagieren

Termin: 26. und 27. November 2026 (16UE)

Was tun, wenn das, was die Eltern tun oder sagen, den:die Therapeut:in sprachlos oder hilflos macht? Was, wenn die beiden ihr Verhalten nicht verändern? Was, wenn sie den:die Therapeut:in angreifen, entwerten oder auflaufen lassen?

In dieser Kursreihe werden Haltung und Interventionen erarbeitet, die sich in der Arbeit mit herausfordernden Paaren bewährt haben. Ausgangspunkt ist die Theory of Mind und das sehr genaue Hinschauen auf das Verhalten der Eltern im Hier und Jetzt. Wie lassen sich diese Beobachtungen nutzen, um Zugkraft zu entwickeln und die Eltern zu einer Verhaltensänderung herauszufordern?

Wir werden nicht nur Interventionen üben, sondern an Fällen aus der Praxis der Teilnehmenden arbeiten.

Nach der Teilnahme an der Fortbildung sollen die Teilnehmer*innen

  • die irritierenden Verhaltensweisen der Elternteile im Gespräch besser einordnen
    können,
  • verstehen, was jedes Elternteil antreibt und motiviert,
  • die Beobachtungen nutzen können, um Verhaltensveränderungen im Interesse des Kindes herauszufordern.
  • einen guten therapeutischen Stand einnehmen können für notwendige Konfrontationen und Entscheidungen

Wesentliche Inhalte sind:

  • Theory of Mind und das Konzept traumatisches Mindmapping nach David Schnarch
  • Selbstregulation und Umgang mit eigenem traumatischen Mindmapping
  • wohlwollende Konfrontationen
  • Reflexion der eigenen Rolle, Möglichkeiten und Grenzen


Zielgruppe der Fortbildung

Kinder- und Jugendlichentherapeut*innen, Mitarbeiter*innen von Erziehungsberatungsstellen.


Arbeitszeiten

jeweils 10:00 Uhr – 13:30 Uhr 15:00 – 18:30 Uhr

Veranstaltungsort

Online über die Plattform Zoom

Teilnahmegebühr

Teilnahmegebühr

  • 1200,00 €
  • Frühbucherrabatt bis 15.4.2026: 1050€

Referentin

Barbara Beck, KJP, systemische Paar- und Sexualtherapeutin, Mönchengladbach

Fortbildungspunkte

Ein Antrag bei der Landespsychotherapeutenkammer ist gestellt. In der Regel beträgt die Anzahl der Fortbildungspunkte mindestens die Anzahl der Unterrichtseinheiten.

Träger der Fortbildung

IDA – Institut für differenzierungsbasiertes Arbeiten in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT)

Rücktritt

Der Rücktritt erfolgt in schriftlicher Form bis zu 6 Wochen vor Kursbeginn unter Einzug einer Bearbeitungsgebühr von 25,- €. Bei späterem Rücktritt wird die gesamte Gebühr einbehalten, es sei denn, es rückt jemand von der Warteliste nach.

AGB

IDA AGB Die allgemeinen Geschäftsbedingungen können Sie hier einsehen.
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt.
Wir behalten uns evtl. notwendige Terminänderungen vor, sind aber bemüht diese zu vermeiden. Bitte beachten Sie, dass wir bei Präsenzseminaren keine Hotelbuchungen durchführen.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne unter buero@desafinado.de zur Verfügung.
IDA. Lenbachstrasse 16. 10245 Berlin.


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