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Grundlagen der differenzierungsbasierten Paartherapie (2026-B3)

Die differenzierungsbasierte Paartherapie nutzt die notwendigen Krisen einer auf Dauer angelegten verbindlichen Liebesbeziehung als Chance für individuelles und gemeinsames Wachstum. Dieser Ansatz geht zurück auf Murray Bowen, einen der Begründer der Systemischen Familientherapie und wurde für Paare vertieft unter anderem durch David Schnarch und Ellyn Bader. Er ist geprägt von dem Vertrauen in die Resilienz und die Ressourcen der Klient:innen. Die differenzierungsbasierte Arbeit ermöglicht schnelle Veränderungen der Paardynamik und ist auch geeignet bei hoher Dysfunktionalität der Beteiligten.

Fortbildungsinhalte und Methoden

Die Arbeit mit Paaren unterscheidet sich deutlich von der Psychotherapie im Einzelsetting. Ziel der Fortbildung ist es, den Teilnehmer*innen ein Verständnis dafür zu ermöglichen sowie grundlegende Werkzeuge der differenzierungsbasierten Paartherapie zu vermitteln. Theoretische Inhalte werden in kurzen Videos erklärt, die vorgestellten Interventionen werden geübt und in Rollenspielen angewendet. Der Schwerpunkt liegt in der praktischen Arbeit mit Paaren. In jedem Seminar werden wir darüber hinaus eine förderliche therapeutische Haltung und Allianz reflektieren.

Der Aufbau der Seminarreihe orientiert sich am Ablauf einer Paartherapie.

Block I: Erstgespräch und Eingangsphase – Auftragsklärung und Arbeitsbündnis

Termin: 31.08 + 01.09. 2026 (16 UE)

Wesentliche Inhalte:

Herausforderungen und Belastungen verbindlicher Liebesbeziehungen. Typische Krisen und notwendige Krisen in Beziehungen. Einführung in die Konzepte der Differenzierung, emotionale Fusion und gespiegeltes Selbst. Der tote Punkt der Beziehung als Wendepunkt. Gesprächsführung und Strukturierung von Paargesprächen. Basisinterventionen der Gesprächsführung im Paarsetting. Die therapeutische Perspektive: eine sinnvolle und konstruktive dritte Sichtweise anbieten: Auftragsklärung und erste Problembeschreibung.  

Block II: Bestandsaufnahme – Spannungsregulation und Arbeitsfähigkeit

Termin: 28.09. + 29.09. 2026 (16 UE)

Wesentliche Inhalte:

Spannungsregulation im Paar und in Familien. Das gemeinsame Problem des Paares verstehen. Arbeit mit Kreisläufen. Selbstregulation und Ko- Regulation im Paar. Gesprächsführung und Spannungsregulation in der Sitzung. Differenzierungsfördernde Interventionen in der Eingangsphase und Bestandsaufnahme.              

Block III: Frühe Mittelphase – Vertiefte Informationserhebung und erste Selbstkonfrontation

Termin: 26.10. + 27.10. 2026 (16 UE)

Wesentliche Inhalte:

Durchführung einer Mikroanalyse einer schwierigen Situation. Informationen präzise erfragen und wachstumsfördernd nutzen. Selbstkonfrontation fördern. Konkrete Differenzierungsschritte ermöglichen und unterstützen. 

Block IV: Späte Mittelphase - Auseinandersetzung mit den eigenen Themen und Entscheidungen

Termin: 23.11. + 24.11. 2026 (16 UE)

Wesentliche Inhalte:

Die emotionale Abhängigkeit verringern, bezogenes Selbstgefühl fördern. Wohlwollende Konfrontation mit der Realität. Auseinandersetzung mit dem eigenen Dilemma anstatt mit Partner:in. Ausloten der real existierenden Handlungsoptionen. Entscheidungen herausfordern. 

Block V: Veränderungsphase - Veränderung begleiten und Abschluss

Termin: 14.12. + 15.12. 2026 (16 UE)

Wesentliche Inhalte:

Komfortzone und Wachstumszone. Entscheidung für Veränderung ermöglichen. Ressourcen der KL erkennen und nutzen. Veränderungsambivalenz aufgreifen. Arbeit im Hier und Jetzt. Therapeutische Beziehung und Allianz für Veränderung. Unterstützung der Veränderung unter Einbeziehung von Kognition, Emotion, Bildern und Körpererfahrung. Die therapeutische Allianz.


Die Dozentin

Carlotta Baehr ist systemische Familientherapeutin, systemische Paartherapeutin, systemische Sexualtherapeutin und differenzierungsbasierte Paartherapeutin (IDA/DGVT). Sie ist Supervisorin für die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung und IDA. Sie lebt und arbeitet in Hannover.

Was noch wichtig ist

Umfang:  16 Unterrichtseinheiten a 45 Minuten pro Seminarblock. Insgesamt 80 UE

Kosten: 
Standardpreis: 2200 €
Bei Buchung vor dem 15.4.2026:  2000 €
Preis für DGVT-Mitglieder: 2000 € (Bitte die Mitgliedsnummer bei der Buchung angeben) 

Arbeitszeiten:
10 - 11:30 Uhr, 12 - 13:30 Uhr, 15 - 16:30 Uhr, 17 - 18:30 Uhr

Arbeitsmaterial:
Begleitend erhalten die Teilnehmenden ein aufwändig gestaltetes Lehrbuch-Skript sowie den Zugang zu den verwendeten Lehrfilmen.

Die Zertifizierung ist bei der Psychotherapeutenkammer Berlin beantragt. Erfahrungsgemäß entspricht die Zahl der Fortbildungspunkte der Zahl der Unterrichtseinheiten.

Träger der Fortbildung

IDA – Institut für differenzierungsbasiertes Arbeiten in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT)

Rücktritt

Der Rücktritt erfolgt in schriftlicher Form bis zu 6 Wochen vor Kursbeginn unter Einzug einer Bearbeitungsgebühr von 25,- €. Bei späterem Rücktritt wird die gesamte Gebühr einbehalten, es sei denn, es rückt jemand von der Warteliste nach.

AGB

IDA AGB Die allgemeinen Geschäftsbedingungen können Sie hier einsehen.
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt.
Wir behalten uns evtl. notwendige Terminänderungen vor, sind aber bemüht diese zu vermeiden. Bitte beachten Sie, dass wir bei Präsenzseminaren keine Hotelbuchungen durchführen.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne unter buero@desafinado.de zur Verfügung.
IDA. Lenbachstrasse 16. 10245 Berlin.

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