Die Beratung und Begleitung von geflüchteten oder migrierten Menschen mit Behinderungen stellt Fachkräfte vor besondere Herausforderungen. Neben sprachlichen Barrieren, unterschiedlichen kulturellen Verständnissen von Behinderung und Gesundheit sowie unsicheren aufenthaltsrechtlichen Perspektiven spielen auch strukturelle Hürden im Zugang zu Unterstützungs- und Versorgungssystemen eine zentrale Rolle.
Das Seminar vermittelt grundlegendes Wissen zu den spezifischen Bedarfen dieser Zielgruppe, beleuchtet die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland und geht auf bestehende Versorgungslücken ein. Ein besonderer Fokus liegt auf den Auswirkungen der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) und deren Bedeutung für die Beratungspraxis.
Darüber hinaus werden praxisnahe Ansätze für eine bedarfsgerechte Beratung sowie für den Aufbau und die Stärkung lokaler Netzwerke an der Schnittstelle von Flucht, Migration und Behinderung vorgestellt. Die Teilnehmenden erhalten Impulse, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit gelingen kann und welche Akteur*innen vor Ort sinnvoll eingebunden werden können.
Anhand von Fallbeispielen, konkreten Hinweisen für den Arbeitsalltag und hilfreichen Materialien werden Handlungsmöglichkeiten für die Beratungspraxis erarbeitet. Ziel ist es, die Handlungssicherheit der Fachkräfte zu stärken, den Austausch zu fördern und neue Perspektiven für eine inklusive und zugängliche Unterstützungsarbeit zu eröffnen.
Veranstaltungsdetails:
👤 Referent: Wolfram Buttschardt - Handicap International
📅 Datum: 23. September 2026
⏰ Uhrzeit: 10:00 – 13:00 Uhr
📍 Format: Online
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts „Schutz- und Versorgungskompass Schleswig-Holstein“ statt und richtet sich inbesondere an Mitarbeiter in Unterkünften für geflüchtete Menschen sowie an Mitarbeitende in kommunalen und Landesbehörden, die mit dieser Zielgruppe arbeiten.