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Städtebau und Freiraum

Der Neubau der Tageseinrichtung für Kinder wird als dreigeschossiger Baukörper an Stelle des rückgebauten eingeschossigen Gebäudes (Geislinger Straße 45) verortet. Durch einen massiven Betonsockel setzt sich der Baukörper vom Straßenniveau ab, wodurch eine ebenerdige, eingeschossige Anbindung an das bestehende Gebäude (Ebersbacher Straße 6) geschaffen wird.

Ein Rücksprung der Außenwand an der nordöstlichen Gebäudeseite, bildet die Adresse der Einrichtung. Er schafft sowohl einen überdachten und geschützten Eingangsereich, als auch einen großzügigen Vorplatz. Ein gleichwertiger, barrierefreier Zugang zu Vorplatz und Eingang verläuft parallel zur Ebersbacher Straße. Auf der Südfassade wird durch einen weiteren Rücksprung der Fassade eine Loggia ausgebildet, die sowohl als Fluchtbalkon mit integrierter Außentreppe, als auch als zusätzlicher, feststehender Sonnenschutz dient. 

Zwischen Neubau und Bestand werden die Fahrradabstellplätze organisiert. Die PKW Stellplätze entlang der Geislinger Straße bleiben erhalten. Durch die Setzung des Baukörpers kann der Erhalt und die Einbindung schützenswerter Bäume, insbesondere die große Platane auf der Südseite, gewährleistet werden. Der Baumbestand wird durch Neupflanzungen in Form einer Baumreihe entlang der Geislinger Straße ergänzt. Der Außenspielbereich besteht aus differenziert ausgebildeten Bereichen. Unterschiedliche Oberflächen und Spielgeräte bilden verschiedenartige Reize und schulen Sinne und Motorik. Der Außenbereich bietet den jeweiligen Altersstufen pädagogisch wertvolle Angebote. Der Außenspielbereich wird durch Stützmauern und Zäune eingefriedet.

Konzeption und Organisation

Die Entwurfsidee sieht eine klare, flexibel nutzbare innere Struktur und Gliederung vor, die sowohl den räumlichen Anforderungen an das „offene Konzept“ (Einsteinkonzept) gerecht wird, als auch auf weitere pädagogische Entwicklungen reagieren kann. Das dreibündig organisierte Raumgefüge gliedert die Nutzungen und schafft klare Orientierungen. Die Mittelzone funktioniert als Erschließungsbereich und ist ost-westorientiert, die angrenzenden Zonen sind nach Norden, bzw. Süden ausgerichtet. 

Im Erdgeschoss gelangen die Nutzer/innen über einen überachten Vorbereich und Windfang, an den der Kinderwagenabstellraum angegliedert ist, in das Gebäude. Ein großzügiges Foyer mit „Elterncafé“, das sich zwischen zwei Betonkerne aufspannt, prägt die Gebäudemitte. Es wird über ein verglastes Atrium mit Dachverglasung natürlich belichtet. In den Obergeschossen werden Aufenthaltsbereiche in Form von kleineren Marktplätzen, die das offene pädagogische Konzept ergänzen, an das Atrium angegliedert. Sanitäre Anlagen, Technik und Aufzug befinden sich in den Betonkernen. An den Flurenden werden die Garderoben angeordnet. Aufzug und Innentreppe sind vom Foyer aus leicht auffindbar und leiten die Nutzer/innen intuitiv in die oberen Geschosse.

Auf allen Ebenen werden die Gruppen- und Nebenräume identisch angeordnet und nach Süden orientiert. Eine zusätzliche interne Verbindung ermöglicht eine einfache Beaufsichtigung. Zwischen den Gruppenbereichen befindet sich eine Außentreppe, die über die vorgelagerte Loggia die Obergeschosse entfluchtet. Nordorientiert werden Räume für zusätzliche pädagogische Angebote, als auch Schlaf- und Ruheräume, sowie die Verwaltung angeordnet. 

Der eingeschossige Verbindungsbau schließt an den Bestand eben an und funktioniert als Zugang zum Außenspielbereich. Im Untergeschoss befinden sich Räume für Haustechnik und Putzmittelraum. Es wird an den bestehenden Medienkanal angebunden. Fließende Übergänge zwischen Außen- und Innenraum, Sichtachsen in Längs- und Querrichtung und geschossübergreifende Blickbeziehungen, schaffen Räume mit hoher Aufenthaltsqualität und bilden den offenen Charakter des Gebäudes und machen das gruppen- und jahrgangsübergreifende Raumgefüge erlebbar. Flurbereiche werden aktiviert und dienen zusätzlich als erweiterte Aufenthalts- und Kommunikationsflächen, sowie als Spiel- und Lernbereiche. Der Neubau funktioniert als Kindertagesstätte und ermöglicht einen pädagogisch wertvollen ganztägigen Ablauf.