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Wirksam gegen Antisemitismus handeln – Perspektiven für Schulen im aktuellen gesellschaftlichen Kontext
Aufbauend auf den Befunden und Beobachtungen aus dem ersten Teil am 23.5. werden im zweiten Teil der Fortbildung zentrale Erscheinungsformen von Antisemitismus in Bildungsinstitutionen aus einer dezidiert schulpraktischen Perspektive beleuchtet. Dabei werden klassisch-religiöse und rassistische Erscheinungsformen von Antisemitismus ebenso behandelt wie strukturelle und institutionelle Entwicklungen sowie aktuelle politische Ausprägungen.
Einen besonderen Schwerpunkt bildet der israelbezogenem Antisemitismus, der sich seit dem 7. Oktober als besonders virulent erweist und im schulischen Kontext häufig in Form von Konflikten, Polarisierungen oder scheinbar politisch motivierten Positionierungen auftritt. Pädagoginnen und Pädagogen sehen sich dabei zunehmend mit Situationen konfrontiert, in denen antisemitische Narrative unter dem Deckmantel legitimer politischer Meinungsäußerung auftreten oder in globale Konfliktdiskurse eingebettet werden.
Dabei stellt die Referentin diese Entwicklungen ausdrücklich in den Kontext aktueller politischer und gesellschaftlicher Veränderungen in der Bundesrepublik Deutschland – einschließlich öffentlicher Debatten, Protestdynamiken sowie bildungs- und kulturpolitischer Auseinandersetzungen. Analysiert wird, wie diese gesamtgesellschaftlichen Prozesse schulische Räume beeinflussen und neue Anforderungen an pädagogisches Handeln erfordern.
Auf dieser Grundlage werden konkrete Ansatzpunkte für Prävention, Intervention und institutionelle Verantwortung in Schulen: für Unterrichtsgestaltung, Konfliktbearbeitung, schulische Schutzkonzepte, Professionalisierung des Kollegiums sowie für die Zusammenarbeit mit Eltern und außerschulischen Partnern aufgezeigt.
Die Referentin Prof.in Dr. Julia Bernstein ist Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Sciences. Sie leitet dort den Forschungsbereich „Gesellschaftliches Erbe des Nationalsozialismus“. Zudem ist sie Vorsitzende des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie forscht im Bereich Antisemitismus in den Institutionen und im Alltag. Zu ihren jüngsten Publikationen zählt Zwischen Verstecken und Flagge zeigen. Junges jüdisches Leben in München (2025) (zus. mit Alina Brehm) sowie Zwischen Hammer und Amboss. Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und des Terrorangriffs der Hamas auf Israel auf jüdisches Leben in Deutschland, 2025 (zus. mit Florian Diddens).
Eine Veranstaltung der Abteilung Schule und Hochschule des Erzbistums Hamburg.
Weitere Veranstaltungen der Reihe:
- 23.04.2026 – Antisemitismus nach dem 7. Oktober an Schulen – Referentin Prof.in Dr. Julia Bernstein (Frankfurt)
- 05.05.2026 – Wirksam gegen Antisemitismus handeln – Referentin Prof.in Dr. Julia Bernstein (Frankfurt)
- 19.05.2026 – Was los im Feed? Prävention und Haltung gegen rechte Narrative im digitalen Raum – Referent Florian Slodowski (Distanz e.V.)
- 09.06.2026 – Wer ist und was will die AfD? – Referent: Politikjournalist und Buchautor Justus Bender (FAZ)
- 22.06.2026 – „Du bist nicht rechtsradikal, nur radikal für Jesus“? Fortbildung über die Überschneidungen von Fundamentalismus und Rechtspopulismus auf Social Media – Referentin Marie Briese (Schaufler Lab@TU Dresden)