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„Ich habe da so ein Bauchgefühl“ - Kindeswohl im Blick der Schule

Kommunikation in herausfordernden Situationen

Diese Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten und stärkt sie darin, mögliche Anzeichen von Kindeswohlgefährdungen frühzeitig zu erkennen und professionell darauf zu reagieren.

Im ersten Schritt geht es um die Sensibilisierung für Warnsignale sowie um die Einordnung der eigenen Rolle, Zuständigkeit und Verantwortung im schulischen Kontext. Darauf aufbauend werden praxisnahe Strategien der Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen sowie mit Eltern erarbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der professionellen Gestaltung des Austauschs im Kollegium, mit der Schulleitung und mit externen Fachstellen, sodass Beobachtungen sachlich kommuniziert und weitere Schritte auf einer tragfähigen Grundlage gemeinsam abgestimmt werden können.

Ziel der Fortbildung ist es, Handlungssicherheit zu gewinnen, die eigene professionelle Haltung zu festigen und konstruktive Unterstützungsprozesse im Sinne des Kindeswohls am Beispiel von Schutzkonzepten wirksam anzustoßen.

Diese Fortbildung soll Lehrkräfte darin stärken, mögliche Anzeichen von Kindeswohlgefährdungen frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Strategien der Gesprächsführung – sowohl im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen als auch in der Kommunikation mit den Eltern und gegeben falls externen Fachstellen. 
Die Teilnehmenden arbeiten mit Praxisfällen und vertiefen rechtliche Grundlagen.

 

Zielgruppe: Lehrkräfte aller Schulformen

Datum und Umfang

07.05.2026 von 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr Onlineseminar (per Zoom)
08.05.2026 von 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr Praxistag

beim DKSB Landesverband Baden-Württemberg
Wilhelmstr. 4a
70182 Stuttgart

Seminargebühren: 375,00 € inkl. Tagungsverpflegung am Präsenztag (Brezelfrühstück, Obst, warme und kalte Getränke)

Lernziele:

  • Ihre Rolle, Grenzen und Zuständigkeiten im Kinderschutz
  • Formen und Anzeichen möglicher Kindeswohlgefährdung
  • Beobachtungen dokumentieren und diese im Team kommunizieren
  • Gesprächsstrategien mit Kindern und Eltern zu Kinderschutz Fragen: Handlungssicherheit gewinnen

Inhalte: 

Onlineseminar

Grundlagen des Kinderschutzes

  • Rechtlicher Rahmen (Schulgesetz, §8a SGB VIII, § 4 KKG)
  • Formen potenzieller Kindeswohlgefährdung
  • Primäre und unspezifische Warnsignale
  • Rolle und Aufgabe der Schule
  • Abgrenzung: Was ist Beobachtung? Was ist Bewertung? Aufgabe der Jugendhilfe?

Wahrnehmen und Dokumentieren

  • Professionelle Beobachtung: Was sehe ich? Was interpretiere ich?
  • Dokumentationsstandards: Datum, Fakten, Zitate, Veränderungen über Zeit
  • Eigene Einschätzung entwickeln und die eigene Rolle reflektieren

Praxistag

Schwierige Gespräche im Kontext Kinderschutz

Der Praxistag steht ganz im Zeichen der Vorbereitung und Durchführung herausfordernder Gespräche im Bereich Kinderschutz. Gemeinsam erarbeiten wir praxisorientierte Methoden, um schwierige Gesprächsanlässe einzuschätzen, sich gezielt vorzubereiten und Gespräche so zu führen, dass der Schutz des Kindes gewährleistet wird. Anhand konkreter Übungen und Fallbeispielen entwickeln wir eine Haltung die Sicherheit vermittelt – auch dann, wenn die Gespräche herausfordernd sind.

  1. Gespräch mit dem Kind
  • Zentrale Prinzipien: sicherer Raum, behutsam, nicht suggestiv
  • Leitlinien: offener Einstieg, kindgerechte Sprache, keine Versprechen, die man nicht halten kann
  • Grenzen der Befragung im Schulkontext
  1. Gespräch mit Eltern
    • Umgang mit möglichen Abwehrreaktionen (Wut, Scham, Bagatellisierung)
    • Strukturgebende Gesprächstechniken
    • Haltung vs. Konfrontation: professionell bleiben trotz emotionaler Spannung

  2. Gespräch mit Kollegium / mit Schulleitung
    • Wie spreche ich meine Beobachtung an?
    • Gemeinsame Abwägung und weitere Schritte
       

Handlungsschritte und Kooperation

  • Interne Meldewege der Schule
  • Einbindung schulischer Expertise (Beratungslehrer, Schulsozialarbeit)
  • Zusammenarbeit mit Jugendamt und Beratungsstellen
  • Schweigepflicht vs. Verantwortung
  • Sicheres Vorgehen bei akuter Gefährdung

Methoden / Materialien / Arbeitsformen

  • Impulsvortrag
  • Kleingruppenarbeit
  • Checkliste / Risikoabschätzungsmodell
  • Leitfäden / Ablaufdiagramme
  • Übungen / Werkstattgespräche: Beratung mit anonymen realen Fällen
  • Austausch & Reflexion

Referent*innen 

Christine Brantzen, Oberstudienrätin, Präventionsbeauftragte IGH, Insofern erfahrene Fachkraft nach §8a SGB VIII, Schutzkonzeptberaterin (DKSB Stuttgart), Beauftragte für Chancengleichheit

Anja Stietenroth, B.A. Sozialpädagogin, Insofern erfahrene Fachkraft nach §8a SGB VIII, Kinderschutz-Akademie DKSB Landesverband Baden-Württemberg