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Vierteilungen waren selten. Es muss ein großes Ereignis gewesen sein, als „Schürtz Jörgen, genant Rahtgeb“ 1526 wegen seiner Beteiligung am Bauernkrieg auf dem Pforzheimer Marktplatz öffentlich hingerichtet wurde. Viel zu früh endete damit die Karriere des genialen Malers, dessen Karriere in Heilbronn begann und der mit dem berühmten „Schwaigerner Altar“ in der Region ein einmaliges Kunstwerk hinterlassen hat.
Ebenso wie sein Werk steckt auch das Leben des Meisters voller Rätsel und Geheimnisse. Der reich bebilderte Vortrag will Ratgebs Werdegang nachzeichnen, vor allem aber seine Verwicklungen in den Bauernkrieg näher beleuchten: Früh nahm der mit einer Leibeigenen verheiratete Maler Partei für die aufständischen Bauern. Im April 1525 ließ er sich gar zum „Bauernkanzler“ des Württembergischen Haufens wählen. Weil er nach Niederschlagung des Aufstands zum Tode verurteilt wurde, wird Ratgeb auch als „Märtyrer aus dem Bauernkrieg“ bezeichnet. Aber war er nicht doch eher ein Verräter?
Der Heidelberger Rechtshistoriker Prof. Dr. Andreas Deutsch hat sich intensiv mit den Geschehnissen des Bauernkriegs rund um Jörg Ratgeb auseinandergesetzt. Er gilt als ein Kenner der frühneuzeitlichen Strafrechtsgeschichte. Seit 2007 leitet er an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften die Forschungsstelle „Deutsches Rechtswörterbuch“. Dieses Großwörterbuch zur historischen Rechtssprache beschäftigt sich auch mit Heilbronner Quellen.
Eine Veranstaltung des Historischen Vereins Heilbronn mit dem Stadtarchivs Heilbronn.
Veranstaltungsort: Stadtarchiv Heilbronn/ Haus der Stadtgeschichte
Eintritt frei
Veranstaltungsort
Stadtarchiv Heilbronn / Haus der StadtgeschichteEichgasse 1
74072 Heilbronn
Deutschland
Koordinaten (Lat, Long):
49.140652, 9.218493
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