Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung

Info

Die Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) endete vor rund 15 Jahren, am 4. November 2011, mit dessen Selbstenttarnung. Zusammen mit den rassistischen und antisemitischen Anschlägen in München, Kassel, Halle und Hanau führt sie uns die Brutalität und ständige Bedrohung durch rechte Gewalt vor Augen. Dass es sich dabei keineswegs um eine Randerscheinung oder Einzelfälle handelt, belegt die behördliche Statistik zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK). Für das Jahr 2025 weist sie einen neuen Höchststand rechter Gewaltdelikte aus – wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte.

Diese Taten entspringen einer Ideologie der Ungleichwertigkeit und dem Konstrukt einer ethnisch homogenen Gesellschaft. Sie richten sich gezielt gegen marginalisierte Gruppen: gegen migrantisierte und jüdische Menschen, Menschen mit Behinderung, die LGBTIQ*-Community, Obdachlose sowie politische Gegner_innen.

Diese Gewalt greift nicht nur Einzelne an, sondern zielt auf das Fundament unserer Demokratie, indem sie das Versprechen auf gleiche Würde, Sicherheit und Freiheit für alle Menschen systematisch untergräbt.

Mit unseren Expert_innen blicken wir auf die Kontinuitäten des extrem rechten Terrors. Wir diskutieren das Verhältnis von alltäglicher Straßengewalt zu gezielten Anschlägen und fragen nach dem Einfluss, den politische Diskurse und das gesellschaftliche Klima auf die Täter haben.

Referierende/Expert_innen:

Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch 

Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch sind Politikwissenschaftler_innen, ausgewiesene Expert_innen für die extreme Rechte und haben in ihrem Buch „Rechter Terror in Hessen – Geschichten, Akteure, Orte“ die Kontinuität rechter Gewalttaten in Hessen nach 1945 aufgearbeitet. Das Buch wird u.a. durch die LpB Hessen vertrieben. Die LpB Hessen hat auf Basis des Buches auch eine Wanderausstellung erstellt: https://politischebildung.hessen.de/informieren/ausstellungen/rechter-terror-in-hessen

Jan Krieger

Jan Krieger hat Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität Oldenburg studiert und ist Fachreferent der Mobilen Beratung Niedersachsen. Gegen Rechtsextremismus für Demokratie. Die Mobile Beratung hat gemeinsam mit der Betroffenenberatung Niedersachsen und Distance-Ausstieg Rechts die Wanderausstellung „Erinnern heißt Kämpfen! - Zwischen Anerkennung und Vergessen. Todesopfer rechter Gewalt in Niedersachsen seit 1990“ (https://erinnern-heisst-kaempfen-nds.de/) erstellt.


Wir laden Sie zu einem informativen Start in den Abend ein. Schalten Sie sich gerne ohne Kamera zu und nutzen Sie für die Teilnahme an der Diskussion bequem die Kommentarfunktion – die Veranstaltung lebt von den Fragen und Kommentaren der Teilnehmenden. Es besteht aber auch die Möglichkeit „einfach nur“ zuzuhören! Die Zugangsdaten senden wir Ihnen ein paar Tage vor der Veranstaltung zu.

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