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Menschen, die in der Jugendarbeit, der (politischen) Bildung oder zivilgesellschaftlich engagiert sind, sehen sich seit dem 7. Oktober verstärkt mit unterschiedlichen, oft als unvereinbar wahrgenommenen Perspektiven auf Israel-Palästina konfrontiert. Dabei steht häufig entweder eine rassismuskritische oder eine antisemitismuskritische Sichtweise im Vordergrund. Die Wechselwirkungen, Ambivalenzen und Gleichzeitigkeiten beider Diskriminierungsverhältnisse und ihrer jeweiligen Auswirkungen bleiben in den Debatten jedoch meist unberücksichtigt. Konstruktive Auseinandersetzungen, die beide Perspektiven miteinander ins Gespräch bringen, scheinen kaum noch möglich.
Im Workshop stellen Iven Saadi und Jonas Herms didaktische und methodische Impulse sowie Reflexionsanregungen vor, die im Rahmen des Projekts „as_ra – Intersektional gegen Rassismus und Antisemitismus“ entwickelt wurden. Sie ermöglichen den Umgang mit diesen polarisierten Debatten in pädagogischen Kontexten. Ziel ist es, eine interdependenzbewusste pädagogische Handlungsfähigkeit zu stärken, die sowohl rassismus- als auch antisemitismuskritische Perspektiven einbezieht – mit Blick auf Israel-Palästina ebenso wie auf die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rassismus insgesamt.
Iven Saadi arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der (politischen) Jugend- und Fachkräftebildung zu Rassismus, Antisemitismus und Geschlechterverhältnissen, in der vielfaltssensiblen Organisationsentwicklung sowie zu pädagogisch-didaktischen Fragen rund um diskriminierungskritische Bildung und Veränderungsprozesse. Seit Anfang 2023 beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit Antisemitismus, Rassismus, ihren Verschränkungen und pädagogischen Umgängen mit den gesellschaftlichen Polarisierungs- und Entweder-Oder-Dynamiken zwischen beiden Phänomenen. Hierzu hat er u.a. as_ra – Intersektional gegen Rassismus und Antisemitismus entwickelt.
Jonas Herms studierte Philosophie (B.A.) und interdisziplinären Antisemitismusforschung (M.A.). Neben Tätigkeiten als Projektmitarbeiter und -leiter in verschiedenen Bildungsprojekten arbeitet Jonas Herms seit 2009 freiberuflich zu verschiedenen Diskriminierungsformen mit den Schwerpunkten Antisemitismus, Rassismus und Geschlechterverhältnisse. Aktuell leitet er gemeinsam mit Iven Saadi das Projekt as_ra – Intersektional gegen Rassismus und Antisemitismus.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Projekt as_ra – Intersektional gegen Rassismus und Antisemitismus des BildungsBausteine e.V. statt. as_ra wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Rahmen des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus und unterstützt durch das Staatsministerium Baden-Württemberg aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat.