"Globaler Wandel - Herausforderungen der internationalen Politik" - Teil 5 China
Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 15. Februar 2026 unmissverständlich und eindeutig dargelegt, dass aus seiner Sicht die Weltordnung, wie sie seit Jahrzehnten besteht, nicht mehr existiert und dass Länder wie Deutschland ihren Ansatz für Sicherheit und Verteidigung völlig neu überdenken müssten. Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte am 5. März 2026 in Zürich die europäischen Länder dazu auf, sich wieder mehr für das Völkerrecht starkzumachen, da andernfalls ihrer Meinung nach noch mehr Krisen und Kriege drohten und die Demokratien zunehmend in Gefahr gerieten.
Auf Grund der sich in den letzten Jahren verschärfenden globalen Situation organisiert die BLZ eine Webtalk-Reihe mit ausgewählten Expertinnen und Experten zu verschiedenen Problemfeldern der internationalen Politik.
Bei dieser neuen Webtalk-Reihe werden „globale Brennpunkte“ auf wissenschaftlicher Grundlage eingeordnet und Potenziale und Lösungsstrategien aus fachkompetenter Perspektive diskutiert.
Das Angebot richtet sich an eine breite Öffentlichkeit und des Weiteren insbesondere auch an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, Studierende und (Ver-)Mittlerinnen und (Ver-)Mittler politischer Bildung.
Nach den Veranstaltungen zu den Vereinten Nationen, dem Iran, zu Lateinamerika und Europa hat der kommende Webtalk mit Frau Dr. Marina Rudyak die Volksrepublik China zum Thema.
Frau Dr. Rudyak beschäftigt sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit der globalen Perspektive auf China und setzt dabei Schwerpunkte bei den Beziehungen Chinas zu Russland und dem Verhältnis Chinas zum Globalen Süden.
Die gebürtige Moskauerin studierte moderne und klassische Sinologie sowie öffentliches Recht und arbeitete zunächst von 2009-2013 bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Peking. Anschließend setzte sie mit einer Promotion an der Universität Heidelberg zu Chinas Entwicklungshilfe ihre wissenschaftliche Arbeit fort. Mit ihrer Forschung trägt Frau Rudyak entscheidend dazu bei, Lücken bei der Analyse der wirtschaftlichen Ausrichtung Chinas und deren Bedeutung für die internationale Zusammenarbeit zu schließen. Dies wird beispielsweise deutlich bei ihrem Projekt „Decoding China“, das aufzeigt, wie der chinesische Diskurs entlang verschiedener Bereiche der internationalen Kooperation funktioniert und die realpolitischen Verhältnisse anschaulich erklärt. Auch ihr neuestes Werk (Dialog mit dem Drachen. Wie uns strategische Empathie gegenüber China stärken kann, Campus Verlag 2025) „enthält zentrale Handlungsanweisungen, um im aktuellen geopolitischen Konflikt auf Augenhöhe agieren zu können“ und problematisiert die Frage, „welche Rolle Europa im Beziehungsdreieck mit China und den USA einnehmen sollte“.
Seit 2024 ist Frau Dr. Rudyak Principal Investigator im Horizon-Europe-Projekt „Detecting and Countering Information Suppression from a Transnational Perspective“ und Dozentin im Zentrum für Ostasienwissenschaften an der Universität Heidelberg. Im Jahr 2025 wurde sie in das Editorial Team der Zeitschrift „Pluriversal International Relations“ berufen.
Die BLZ dankt Frau Dr. Rudyak ganz herzlich für ihre Bereitschaft, den Webtalk zu gestalten und freut sich über zahlreiche Anmeldungen.