SR 2 - Seminarreihe (3 Module): Umgang mit Kindeswohlgefährdung durch sexualisierte Gewalt
Die Konfrontation mit sexualisierter Gewalt gegen Mädchen* und Jungen* löst auch bei Fachkräften eine große emotionale Betroffenheit und einen hohen Handlungsdruck aus. Für einen professionellen U gang mit Betroffenen und ihren Familien sind ein um fassendes Wissen sowie die Auseinandersetzung mit eigenen, durch das Thema ausgelösten Gefühlen hilfreich.
Die Abklärung einer Vermutung und Planung einer Intervention zum Schutz vor weiterer sexualisierter Gewalt gegen ein Mädchen* oder einen Jungen* ist ein sensibles und hochkomplexes Arbeitsfeld. Meist ist eine Zusammenarbeit verschiedener Fachpersonen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern notwendig.
Die Module dieser Seminarreihe sollen Fachkräfte befähigen, Hinweise auf sexualisierte Gewalt zu erkennen und zu verstehen. Schwerpunkt der Fortbildung ist das Kennenlernen von Handlungsschritten zur Abklärung einer Vermutung und zur Interventionsplanung, um kompetent mit einer Kindeswohlgefährdung durch sexualisierte Gewalt umzugehen.
Zielgruppe: Pädagogische und beratende Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie Fachpersonen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Interventionen planen und umsetzen.
Modul 1: Grundlagenseminar zur Einführung in die Thematik der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
- Was ist sexualisierte Gewalt?
- Psychodynamik des betroffenen Kindes
- Täter*innenstrategien
- Folgen und Auswirkungen der sexualisierten Gewalt
- Reflektion eigener Unsicherheiten
- Möglichkeiten und Grenzen des eigenen professionellen Handlungsspielraums
- Psychohygiene
Ziel ist die Vermittlung von Grundlagenwissen als Voraussetzung für den kompetenten Umgang mit einer Vermutung und für eine fundierte Interventionsplanung.
Referentin: Martina Schött
Modul 2: Umgang mit einer Vermutung der Kindeswohlgefährdung durch sexualisierte Gewalt
- Erkennen von versteckten und / oder offenen Hin weisen von Kindern und Jugendlichen zu sexualisierter Gewalt (Aussagen, Beobachtungen, Auffälligkeiten in der Entwicklung)
- Erarbeitung von Handlungsschritten zur Abklärung einer Vermutung
- Kennenlernen von Kriterien für die Einschätzung einer Vermutung
- Was brauchen Mädchen* und Jungen*, um sich mitzuteilen?
- Gestaltung des Umgangs mit dem betroffenen Kind und dessen Unterstützung
- Gestaltung des Umgangs mit den Eltern bei einer Vermutung
- Dynamik der sexualisierten Gewalt auf das Hilfesystem
Referentin: Marina Rabe
Modul 3: Planung und Durchführung von Interventionen bei einer Kindeswohlgefährdung durch sexualisierte Gewalt
- Kennenlernen von notwendigen Schritten zur Beendigung der sexualisierten Gewalt
- Offenlegung der sexualisierten Gewalt an die Eltern der betroffenen Kinder
- Auswirkungen der sexualisierten Gewalt auf die Eltern
- Adäquate Unterstützung für die Betroffenen und ihre Familien
- Vorstellung des langjährig erprobten Wiesbadener Konzepts „Institutionelle Kooperation bei sexualisierter Gewalt gegen Mädchen* und Jungen*“
- Kooperation und Verantwortung der verschiedenen Fachpersonen und Institutionen
- Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen (§ 4 KKG und § 8a und 8b SGB VIII, Datenschutz, Schweigepflicht)
- Überlegungen pro und contra einer Strafanzeige
Referentin: Brigitte Weiss
Zielgruppe: Pädagogische und beratende Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie Fachpersonen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Interventionen planen und umsetzen
Termin: Modul 1: Do. 20.08.2026, 9:00 – 16:30 Uhr
Modul 2: Do. 24.09.2026, 9:00 – 16:30 Uhr
Modul 3: Do. 05.11.2026, 9:00 – 16:30 Uhr
Referentinnen: Martina Schött, Marina Rabe, Brigitte Weiß
Ort: Dostojewskistr. 14, 65187 Wiesbaden (Fortbilungszentrum von Wildwasser Wiesbaden e.V.),
siehe Wegbeschreibung
Kosten: € 375,00
Hinweis:
Nur als drei-teilige Reihe buchbar. Die Grundkenntnisse werden in dieser Reihe vermittelt.