S 12 - Auf dem Weg zum sicheren Ort
Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt durch Mitarbeiter*innen in Institutionen
Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe haben einen Schutzauftrag. Daher ist es notwendig, ein Gewaltschutzkonzept zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen. Die beiden Fortbildungstage geben hierzu praxisnahe Impulse.
Im Seminar liegen die Schwerpunkte auf der Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt gegen Mädchen* und Jungen* durch Mitarbeiter*innen in Institutionen sowie die sich daraus ergebenden Anforderungen an Maßnahmen der Prävention und der Intervention.
Die präventiven Bestandteile von Schutzkonzepten sollen verhindern, dass sexualisierte Gewalt verübt werden kann. Prävention heißt in diesem Fall nicht in erster Linie die Installierung eines „Früherkennungssystems“, sondern die Veränderung von Strukturen und das etablieren von Haltungen. Denn Rahmenbedingungen und Umgangsformen in Einrichtungen wie z.B. die Kultur des Miteinanders oder der Partizipation sind von Bedeutung, weil sie das Vorgehen von Täter*innen erschweren und bestenfalls verhindern können.
Und wenn es doch passiert sind Leitlinien für die Intervention hilfreich. Die Vermutung, dass sich Mitarbeitende sexualisiert gewalttätig gegen Mädchen* und Jungen* verhalten, löst in der Regel eine (institutionelle) Krise aus, die von Unsicherheit, Handlungsdruck, Ohnmachtsgefühlen und vielem mehr geprägt ist. Gleichzeitig muss schnell und kompetent gehandelt werden, um der Fürsorgepflicht gegenüber Kindern, Mitarbeite*rinnen sowie dem/der Beschuldigten* nachzukommen. Dies stellt eine große Herausforderung an die Einrichtungsleitung dar.
Inhalte der zweitägigen Fortbildung sind u.a.:
- Informationen zu Daten und Fakten von sexualisierter Gewalt durch Mitarbeitende in Institutionen
- Informationen zum Vorgehen von Täter*innen in Institutionen
- Vorstellung von notwendigen Strukturen und Rahmenbedingungen um ein „sicherer Ort“ im Sinne eines Schutzkonzeptes zu sein
- Auseinandersetzung mit ethischen und pädagogischen Haltungen von Mitarbeitenden, die präventiv wirken
- Vermittlung von Grundlagen zu den Auswirkungen der sexualisierten Gewalt auf Kinder und Jugendliche und der Anforderung eine kompetente Ansprechperson für sie zu sein
- Verarbeitung von Handlungsschritten bei einer Vermutung einer Kindeswohlgefährdung durch sexualisierte Gewalt durch eine oder mehrere Fachkräfte
- Schutzmaßnahmen für das betroffene Mädchen / den betroffenen Jungen
- Umgang mit dem beschuldigtem Mitarbeiter* / der beschuldigten Mitarbeiterin*
- Auswirkungen auf die betroffene Institution
- Krisenintervention und Stabilisierung für die Einrichtung
Zielgruppe: Leitungskräfte aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie aus Kindertagesstätten
Termin: Do. 22.10.2026 und Do. 12.11.2026, jeweils 9.00 bis 16.30 Uhr
Referentinnen: Brigitte Weiss & Jaqueline Ruben
Ort: Dostojewskistr. 14, 65187 Wiesbaden (Fortbilungszentrum von Wildwasser Wiesbaden e.V.,
siehe Wegbeschreibung)
Kosten: € 250,00
Hinweis:
Dies ist ein Aufbauseminar. Voraussetzung dafür sind Grundlagenkenntnisse, die durch eines unserer Basisseminare (Thema „Gewalt statt Geborgenheit – Einführung in die Thematik der sexualisierten Gewalt“) oder auf anderem Wege erworben wurden. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Kenntnisse ausreichen, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail oder telefonisch.