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Kategorie: Pädagogik
Ziele der Fortbildung:
• Orientierung für das Spannungsverhältnis zwischen humanistischem Deutungsrahmen und respektvollem Umgang mit muslimischem Glauben
• Kompetenzvermittlung für die Einschätzung konfrontativer Religionsbekundung
• Strategien im Umgang mit Problemsituationen entwickeln
Im Berliner Schulalltag begegnen Lehrkräfte zunehmend Situationen, in denen Schüler:innen religiöse Überzeugungen nicht nur persönlich, sondern als normativen Anspruch in die Klasse tragen. Diese reichen von Abgrenzungen („Das ist haram!“) bis zu konfrontativen Religionsbekundungen, die Unterrichtsabläufe, Gleichberechtigung oder humanistische Inhalte unter Druck setzen.
Die Fortbildung führt ein in:
1. Was ist konfrontative Religionsbekundung?
Unterscheidungsmerkmale zwischen religiöser Identitätsäußerung, konservativer Religionspraxis und ideologisch aufgeladenen, konflikthaften Bekundungen.
2. Typische Situationen im Schulalltag
z. B. Ablehnung von Unterrichtsinhalten aufgrund religiöser Normen, moralische Abwertungen von Mitschüler:innen, religiös begründete Geschlechtertrennung, „Deutungshoheit“ über religiöse Fragen.
3. Dynamiken im Klassenraum
Gruppeneffekte, Loyalitätsdruck, Geschlechterrollen, Machtdemonstrationen, Grenzüberschreitungen und „Orthodoxie-Wettbewerbe“.
4. Was dürfen Lehrkräfte? Was müssen sie?
Pädagogische Handlungssicherheit zwischen Neutralitätsgebot, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und dem Schutz des schulischen Lernraums.
5. Strategien im Umgang
Souveränes Unterbrechen, Rahmensetzen, sprachliche Interventionsformen, Umgang mit ideologischen Argumentationen, Stärkung der Klassengemeinschaft.
Referent: Kamila Kokoschka
Gebühr: 6,- €
Hinweis: Für Lehrkräfte in praktischer Ausbildung hat der Ausbildungsunterricht an den Schulen stets Vorrang. Eine Freistellung für Fortbildungen wird nicht erteilt. Die Teilnahme ist nur möglich, wenn kein Ausbildungsunterricht ausfällt.