Info
Kinder und Jugendliche sind von Gewalt zwischen ihren Eltern oder anderen betreuenden Erwachsenen immer mitbetroffen – auch dann, wenn sie vermeintlich nicht unmittelbar anwesend waren.
Nach Trennung und Scheidung stehen die für Schutz und Hilfe zuständigen Institutionen vor einer besonderen Herausforderung: Mögliche Folgen der erlebten Partnerschaftsgewalt müssen ebenso berücksichtigt werden wie die Umgangsrechte der Erwachsenen und die Rechte und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen.
Betroffene berichten immer wieder, dass die Mitbetroffenheit von Kindern in familiengerichtlichen Verfahren nicht ausreichend berücksichtigt wird. Wenn vorausgegangene Gewalt und ihre Folgen nicht hinreichend aufgearbeitet und in Entscheidungen einbezogen werden, kann der Kontakt mit dem gewaltausübenden Elternteil zu anhaltendem Stress führen – sowohl für das gewaltbetroffene Elternteil als auch für das Kind.
Wie können Kinder und gewaltbetroffene Eltern besser geschützt werden, ohne die unterschiedlichen Rechte und Interessen aus dem Blick zu verlieren?
Darüber möchten wir diskutieren:
Wie ist die gegenwärtige Praxis in Jugendhilfe und Familiengericht einzuschätzen? Wie können Hinweise auf Partnerschaftsgewalt in Umgangsverfahren angemessen berücksichtigt und gewichtet werden? Wer kann und soll Risiko- und Belastungslagen fachlich einschätzen – und nach welchen Kriterien? Welches Wissen und welche Kompetenzen braucht es dafür?
Und schließlich: Welche Haltung und welche Rahmenbedingungen braucht ein umfassender Kinder- und Opferschutz? Was folgt daraus für die Rechts- und Hilfepraxis? Und wie müssen Jugendhilfe und Familiengericht zusammenarbeiten, damit der Schutz und die Perspektive der betroffenen Kinder und Jugendlichen tatsächlich berücksichtigt werden?
Donnerstag, 28. Januar 2027 um 17.00 Uhr in der Zinnschmelze (Maurienstraße 19, 22305 Hamburg Barmbek)
Wir laden Sie herzlich ein, diese Fragen gemeinsam mit unseren Gästen auf dem Podium zu diskutieren.
Podium besetzt u.a. mit
Prof. Beate Naake, Ev. Hochschule Dresden, Der Kinderschutzbund BV Vorstand,
Dr. Sunniva Engelbrecht, Dipl. Psychologin und Psychologische Sachverständige im Familienrecht
Katrin Busch, Abteilungsleitung Pflegekindermanagement JA Hamburg Mitte
Moderation: Burkhart Plemper, Journalist