Berit Brockhausen

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2027-A online

Aufbauseminare der differenzierungsbasierten Paartherapie 

Studien zeigen eine hohe Wirksamkeit von Paartherapie auf die Veränderung der psychischen Symptomatik. Das ist nachvollziehbar, denn eine Liebesbeziehung hat individuell einen hohen Stellenwert, und Konflikte in der Partnerschaft haben großen Einfluss auf die Lebensqualität und Gesundheit.

Die differenzierungsbasierte Paartherapie nutzt die notwendigen Krisen einer auf Dauer angelegten verbindlichen Liebesbeziehung als Chance für individuelles und gemeinsames Wachstum. Dieser Ansatz geht zurück auf Murray Bowen, einen der Begründer der Systemischen Familientherapie, und er wurde für Paare vertieft unter anderem durch David Schnarch und Ellyn Bader. Er ist geprägt von dem Vertrauen in die Resilienz und die Ressourcen der Klient*innen. Die differenzierungsbasierte Arbeit ermöglicht schnelle Veränderungen der Paardynamik und ist auch geeignet bei hoher Dysfunktionalität der Beteiligten.

Die Aufbauseminare vertiefen die Inhalte der Basisausbildung differenzierungsbasierte Paartherapie an konkreten, für die Paartherapie relevanten Themen. Die Arbeitsweise ist fallorientiert mit vielen Gelegenheiten zum Ausprobieren und Üben. In einer Mischung aus Seminar, Interventionstraining und Fallarbeit/Supervision kann der komplexe Ansatz der differenzierungsbasierten Paartherapie gelernt und sofort in die eigene Arbeit implementiert werden.


Die Themen

Seminar 1: Ich weiß genau, was du denkst. Die Anwendung der Theory of Mind in der differenzierungsbasierten Paartherapie

Termin: 18.01. + 19.01. + 21.01. 2027 (20 UE)

Wesentliche Inhalte:

Gerade Paare, die bereits mehrere Jahre zusammen sind, haben über die Zeit innere Landkarten entwickelt, wie Ihr Lieblingsmensch „tickt“ und wie er normalerweise reagiert. Jede:r hat Theorien darüber, was beim Gegenüber los ist. Es ist sinnvoll, dieses implizite Wissen in der Paartherapie explizit zu machen, da es das Handeln und die Reaktionen der beiden Beteiligten beeinflusst.

Die Erfahrung zeigt, dass sich auf diese Weise nicht nur schnell etwas im System des Paares verändern kann, sondern, dass Kompetenzen und Ressourcen der Partner:innen ganz anders genutzt und einbezogen werden können.
Sehr wertvoll erweist sich dabei das Konzept des Mindmapping nach D. Schnarch.

Dozentin: Barbara Beck

 

Seminar 2: Warum hast Du mir das angetan? Die Arbeit mit dem Thema nichteinvernehmliche Außenbeziehungen in der differenzierungsbasierten Paartherapie

Termin: 15.03. + 16.03. + 18.03.2027 (20 UE) 

Wesentliche Inhalte:

Außenbeziehungen sind ein häufiger Anlass für ein Paar, eine Paartherapie zu beginnen. Es geht um Verletzung, Wut, Selbstwert, Schuldgefühle, Loyalität und zerstörtes Vertrauen sowie die Zukunft der Liebesbeziehung. Häufig entfaltet sich in den Sitzungen eine heftige Dynamik. Wie kann ein:e Therapeut:in hier die Neutralität bewahren? Was ist ein sinnvolles therapeutisches Ziel? Welche Interventionen ermöglichen es dem Paar, von dieser Krise zu profitieren und zu wachsen?  

Dozentin: Barbara Beck

          

Seminar 3: Das Schweigen der Paare. Das Thema Intimität in der differenzierungsbasierten Paartherapie

Termin: 31.05. + 01.06. + 03.06.2027 (20 UE) 

Wesentliche Inhalte:

Die große Sehnsucht in allen Liebesbeziehungen ist, sich so zeigen können, wie man ist und damit angenommen zu werden. Was aber, wenn das, was man offenbart, zu Ablehnung führt, oder zu Empörung und/oder Verunsicherung? Dann hat die bisherige Intimität ihre Mindesthaltbarkeitsdauer erreicht.

Manche Paare beginnen zu kämpfen, viele gehen auf Distanz. Typische Klagen sind: „Wir haben uns irgendwie auseinandergelebt.“ „Wir sind ein gutes Team, aber haben uns als Liebespaar verloren.“ „Ich habe keine Gefühle mehr für meine*n Partner*in.“ „Wir haben Kommunikationsprobleme.“

In diesem Seminar geht es um die Arbeit an Intimität und Nähe. Es lohnt sich, Paare durch diesen intensiven und anspruchsvollen Prozess zu begleiten. Dieses Seminar vermittelt ein sinnvolles und effektives Vorgehen dafür.

Dozentin: Barbara Beck

 

Seminar 4: Nur für Erwachsene. Das Thema Beziehungssexualität in der differenzierungsbasierten Paartherapie

Termin: 12.07. + 13.07. + 15.07.2027 (20 UE)

Wesentliche Inhalte:

Jede Beziehung, die verbindlich und auf Dauer angelegt ist, muss sich der Tatsache stellen, dass Beziehungssexualität anders ist als das in Medien dargestellte Bild der „normalen“ Sexualität. Daraus resultieren nicht nur Schwierigkeiten im Bett, sondern auch Herausforderungen für die persönliche Entwicklung jedes der beiden Partner. Lustvolle Beziehungssexualität erfordert Entscheidungen, Selbstvertrauen, Risikobereitschaft und vor allem Selbstverantwortung. In diesem Seminar geht es darum, Paare nicht nur therapeutisch bei diesem Prozess zu unterstützen, sondern die unausweichlichen Probleme rund um das sexuelle Begehren als Chance für persönliche Entwicklung zu nutzen.

Dozentin: Carlotta Baehr

 

Seminar 5: Eine:r will immer mehr. Die Arbeit mit Bedürfniskonflikten in der differenzierungsbasierten Paartherapie

Termin: 20.09. + 21.09. + 23.09.2027 (20 UE)

Wesentliche Inhalte:

„Ich will, dass wir mehr miteinander reden!“ „Ich möchte häufiger mit dir ausgehen!“ „Warum begehrst du mich nicht?“ „Wie lange brauchst du noch, um dich für ein Kind zu entscheiden?“ Der Umgang mit den leidigen Unterschieden macht vielen Paaren zu schaffen. Wenn sie in die Therapie kommen, dann deshalb, weil alle Kompromisse bereits ausgereizt sind und trotzdem keine Lösung zu finden ist. Die Feindseligkeit ist hoch, genauso die Verzweiflung. Man will sich nicht trennen, und doch scheint es keine andere Lösung zu geben.

Wie geht man in der Paartherapie mit Konflikten um, bei denen weder Kommunikations- noch Konfliktlösungstraining weiter hilft? Wie lassen sich die destruktiven Interaktionen stoppen? Und welche Entwicklungsschritte bringen das Paar aus dieser Sackgasse heraus?

Dozentin: Barbara Beck

 

Seminar 6: Momente der Begegnung. Konfrontation und therapeutische Allianz in der differenzierungsbasierten Paartherapie

Termin: 22.11. + 23.11. + 25.11.2027 (20 UE)

Wesentliche Inhalte:

Wenn Paare in die Paartherapie kommen, dann deshalb, weil ihre bisherigen Lösungsstrategien nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Damit sich etwas verändern kann, braucht es eine neue Sicht auf die gemeinsamen Probleme. Und natürlich bewegt sich erst dann etwas, wenn mindestens eins von beiden entscheidet, das eigene Verhalten zu verändern, mit dem er:sie zu den Schwierigkeiten beiträgt.

Dafür müssen Therapeut:innen notwendige Dinge aussprechen, auch wenn sie weh tun. Doch wie lässt sich eine ausgewogene therapeutische Allianz zu beiden herstellen und halten, ohne dass notwendige Konfrontationen vermieden werden? Welches sind überhaupt notwendige Konfrontationen? Wann ist ein guter Zeitpunkt dafür? Wie können sie formuliert werden? Was gibt es bei der Vorbereitung, aber auch bei der Konfrontation selbst zu beachten? Wie mit der Reaktion der Klient:innen auf die Konfrontation umgehen? Woran erkennen wir, dass eine Konfrontation erfolgreich war?

Dozentin: Barbara Beck


Fortbildungsinhalte und Methoden

Ziel der Fortbildung ist es, die in den Grundlagenseminaren gelernten Werkzeuge der differenzierungsbasierten Paartherapie zu vertiefen, indem sie auf zentrale Themen angewendet werden, mit denen Paare in die Paartherapie kommen. Theoretische Inhalte werden in kurzen Videos erklärt, die vorgestellten Interventionen werden geübt und in Rollenspielen angewendet. Der Schwerpunkt liegt in der praktischen Arbeit mit Paaren. Diese werden in kleinen Übungen zunächst trainiert und dann in Trainingsrollenspielen angewendet. In jedem Seminar werden wir darüber hinaus eine förderliche therapeutische Haltung und Allianz reflektieren. 

Die zwei Seminartage Montag und Dienstag (10-18:30 Uhr) werden ergänzt mit einem Onlinetraining am Donnerstag vormittag (9-12:30 Uhr)


Die Dozentinnen

Barbara Beck ist approbierte Kinder- und Jugendlichentherapeutin und systemische Sexualtherapeutin und differenzierungsbasierte Paartherapeutin (IDA/DGVT). Sie hat darüber hinaus eine Fortbildung in integrativer Leib- und Bewegungstherapie (IBT). Sie lebt und arbeitet in Mönchengladbach.

Carlotta Baehr ist systemische Familientherapeutin, systemische Paartherapeutin, systemische Sexualtherapeutin und differenzierungsbasierte Paartherapeutin (IDA/DGVT). Sie ist Supervisorin für die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung und IDA. Sie lebt und arbeitet in Hannover.


Zielgruppe der Fortbildung

Die Seminare richten sich an Kolleg*innen mit abgeschlossener Psychotherapieausbildung. Voraussetzung für die Teilnahme ist der Besuch der vier Basisseminare („Einführung in die Paartherapie“). Die Aufbauseminare sind in Ausnahmefällen und auf Nachfrage auch offen für Kolleg*innen, die die Grundlagenseminare nicht besucht haben, aber die bereits paartherapeutisch arbeiten und keine Zertifizierung anstreben.


Was noch wichtig ist

Umfang:  20 Unterrichtseinheiten a 45 Minuten pro Seminarblock. Insgesamt 120 UE
Kosten: 2900 € bei Buchung als Paket (2700 Frühbuchung). 500€ bei Buchung eines Blocks (480 Frühbuchung)

Die Zertifizierung ist bei der Psychotherapeutenkammer Berlin beantragt. Erfahrungsgemäß entspricht die Zahl der Fortbildungspunkte der Zahl der Unterrichtseinheiten.


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