Inhalt zum Seminar:
Viele Kinder und Jugendliche in (teil-)stationären Maßnahmen haben in ihren Herkunftsfamilien negative Bindungserfahrungen gemacht. Statt Schutz und Geborgenheit haben sie Vernachlässigung, körperliche Gewalt, sexualisierten Missbrauch und / oder andere Traumata erleben müssen. Viele haben mit Folgesymptomen wie überflutenden Erinnerungen, Albträumen, Gedächtnislücken, tiefen Abwesenheitszuständen, Konzentrationsschwächen oder plötzlichen „Ausrastern“ zu kämpfen.
Am sozialen Leben in der Wohngruppe, Kita, Schule, am Ausbildungsplatz etc. teilzunehmen ist schwierig oder sogar kaum möglich. Beziehungen werden als gefährlich erlebt, sind mit Erfahrungen von Ohnmacht und Ausgeliefertsein verknüpft. Aus traumapädagogischer Sicht stehen die Pädagog*innen in den Einrichtungen vor der großen Herausforderung, diesen Kindern und Jugendlichen neue korrigierende Bindungserfahrun gen zur Verfügung zu stellen.
In diesem zweitägigen Seminar werden traumapädagogische Grundhaltungen, Konzepte und konkrete Methoden vorgestellt, wie Pädagog*innen die Kinder und Jugendlichen darin unterstützen können, das Vertrauen in sich und die Welt zurückzugewinnen , um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Inhalte des Seminars:
- Grundkenntnisse der Psychotraumatologie (Traumatypen, Traumaphysiologie, Traumafolgen)
- Inhaltlicher Schwerpunkt: Trauma durch sexualisierte Gewalt im Kindes- und Jugendalter (Täterstrategien, Grundgefühle)
- Zentrale Grundhaltungen traumapädagogischer Konzepte
- Methoden der Pädagogik der Selbstermächtigung zur Förderung von Selbstverstehen, Selbstakzep tanz, Selbstwahrnehmung und Selbstregulation
- Konzepte zum Umgang mit Übertragungen und Gegenübertragungen im pädagogischen Alltag
- Selbsterfahrung
Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte der teilstationären und stationären Kinder- und Jugendhilfe
​​​​​​​Termine: Do. 23.04.2026 und Fr. 24.04.2026, jeweils 09.00 - 16:30 Uhr
Referentinnen: Martina Schött & Bettina Jansen
Ort: Dostojewskistr. 14, 65187 Wiesbaden (Fortbildungszentrum von Wildwasser Wiesbaden e.V.,
siehe Wegbeschreibung)
Kosten: € 250,00